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Elite Trainer – Was können die neuen Direktantrieb-Rollentrainer

Dieser Beitrag ist für alle gedacht, die auf der Suche nach einem Rollentrainer sind, der ohne Hinterrad auskommt. Ich möchte euch die Elite Trainer mit Direktantrieb (auch “Direct Drive” oder “Wheel-Off-Trainer”) vorstellen, insbesondere den Turbo Muin Smart B+ aus 2017, der mich nun schon die letzte Winter-Saison begleitet hat. Sein Nachfolger für den Winter 2017/2018 trägt den Namen Elite Turno.

Kaum ein Thema wird so heiß diskutiert unter Radfahrern wie das Rollentraining im Winter

Einwände der Rollen-Gegner sind oft „bringt nichts“ und „langweilig“ oder „im Winter müssen wir lange Einheiten für die Grundlage fahren“. Das alles zieht aktuell aber nicht mehr: Das Argument, dass das Training nichts bringt, da man im Winter lange Einheiten für die Grundlage fahren müsste, ist mittlerweile durch die moderne Trainingssteuerung mehr als widerlegt worden. Selbst bei den Profis werden im Winter immer wieder kurze, harte Einheiten eingestreut, oft auch auf der Rolle. Im Zeitalter der Smart- und Interaktiven Rollen-Trainer (sie haben die Möglichkeit mit dem PC verbunden zu werden und ermöglichen die Verwendung von wirklich tollen Motivations-Programmen) zählt auch die Aussage „langweilig“ nicht mehr.

Zu meinem “Turbo Muin Smart B+”

Ich hatte mich letztes Jahr für den Turbo Muin Smart B+ entschieden. Da ich in einer Mietwohnung wohne und im Stockwerk über und unter mir Menschen leben, war meine normale Rolle, aufgrund der Lautstärke nicht mehr zu benutzen – Rollentrainer, die mit einer Rolle den Widerstand am Hinterradreifen bewirken, sind sehr laut. Auch das manchmal auftretende Durchrutschen des Reifens auf der Rolle hat mich immer sehr gestört. Das war genug Grund für mich auf einen “direct drive” Trainer umzusteigen. Die neuen Direktantrieb-Rollentrainer haben genau diese Probleme nicht mehr – das Hinterrad wird ausgebaut und der Hinterbau wird auf den Rollentrainer gespannt – fertig. Mein Rad hat im Trainer somit einen festen Stand.

Aufbau …

Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, ist der Aufbau kinderleicht und es dauert nur ca. 20 Minuten, bis das Bike auf der Rolle steht. Lediglich die beiden Standrohre und die Ritzel-Kassette müssen montiert werden. Benötigtes Werkzeug: 13 Maulschlüssel, Kettenpeitsche, Ritzelabzieher, Park Tool PAW-6 verstellbarer Maulschlüssel sowie ein Schnellspanner und eine entsprechende Ritzel-Kassette.

Nochmal zurück zum Thema Lärmbelästigung: Für Mietwohnungen ist noch wichtig, dass sich die Schwingungen vom Direktantrieb-Rollentrainer nicht auf das Mauerwerk des Hauses übertragen. Dann könnten die Nachbarn ggf. doch einen Grund zu meckern haben…. Abhilfe bietet da zusätzlich eine Trainingsmatte. Alternativ tut es auch eine Unterlage, wie sie für Waschmaschinen benutzt wird, diese sind in jedem Baumarkt erhältlich. 🙂

So fährt es sich mit Direktantrieb

Als ich das erste Mal auf der Rolle saß, überraschte mich das Fahrgefühl sofort, sehr realistisch und sehr gleichmäßig und nicht zu vergleichen mit den „alten“ Rollen-Trainern mit Reifenabnahme. Elite arbeitet hier mit der Fluid-Technologie. Die Widerstandsverstellung geschieht nur durch die Schaltung am Rad und durch steigende Geschwindigkeit erhöht sich der Widerstand an der Rolle. Super einfach und trotzdem genial. Übrigens könnt Ihr fast alle Bikes verwenden, ob Rennrad oder Mountainbike (kompatible Naben: 130, 135 mm – Schnellbefestigung 5mm). Ritzel-Kassetten können sowohl von Shimano als auch Sram (9-10-11-fach) benutzt werden, bei Campa braucht ihr einen separaten Freilaufkörper.

Durch seine Direktantrieb-Bauweise lassen sich wirklich alle Trainingsarten super durchführen. Ich kann zum Beispiel hohe Kraftleistungen, schweißtreibende Sprints oder Trittfrequenz-Pyramiden optimal fahren. Endlich ohne lästiges Reifendurchrutschen. Für mich definitiv ein Vorteil gegenüber Trainern mit eingehängtem Hinterrad, welche optimalerweise auch noch einen separaten Rollentrainerreifen benötigen, der sich stetig durch das Rollentraining abnutzt.

Ein weiteres großes Plus des Elite Turbo Muin Smart B+ ist sein eingebauter Misuro B+ Sensor für Leistungsmessung (Achtung: der Turbo Muin hat keinen integrierten Leistungsmesser, so dass diese Werte nur berechnet und nicht gemessen sind – Genauigkeit gegen Garmin Vector Pedale +/- 10%), Geschwindigkeit und Trittfrequenz. Diese Werte kann er per Bluetooth oder ANT+ an viele Endgeräte wie zum Beispiel: Smartphone, Tablet oder Radcomputer senden.

Für die Fotos habe ich an diesem Tag mal nicht selbst drauf gesessen, sondern “fahren lassen…” 🙂

Damit ist er auch mit den sehr weit verbreiteten Trainingsprogrammen wie zum Beispiel Zwift oder Trainerroad kompatibel. Elite hat natürlich auch eine eigene Trainingssoftware die App “My E-Training”. So wird das Training sehr interessant und auch sehr kurzweilig (60 Minuten vergehen wie im Flug). Information zu den verschiedenen Trainingsprogrammen bekommt Ihr im Internet. Hier mal ein paar Eindrücke:

Wie soll man sich da nun entscheiden?

Direktantrieb ja oder nein? Die Pluspunkte sind:

  • Besonders wichtig: In Mietwohnungen punktet der Direktantrieb-Trainer durch leises Training!
  • Training ohne Hinterrad: Das Hinterrad des Fahrrades kann schnell ausgehängt und das Fahrrad easy im Trainer eingehängt werden. Andernfalls müsste ich mein Rad, für die Rolle vorbereiten, i.d.R. zieht man also einen Rollentrainerreifen auf (oft sind sie blau, mit spezieller Gummimischung). War dieser mal montiert, fiel das Bike für den Outdoor-Einsatz erstmal vorübergehend aus.
  • Also kommt hinzu: Es entfällt eine zusätzliche Trainerreifen-Anschaffung bzw. die Abnutzung dessen.
  • Durch den fixierten Hinterbau habe ich einen festen Stand im Trainer und einen optimalen Rundlauf beim Pedalieren.

Die nächste Frage “Soll es ein Smart-Trainer oder ein interaktiver Trainer sein ?”

Die Begrifflichkeit im Überblick:

  • Smart-Trainer: Mechanische Direktantrieb-Rollen senden drahtlos über ANT + und Smart Bluetooth alle Daten für moderne Trainingseinheiten mit Elite-Apps und Software oder Apps von Drittanbietern (Zwift, Trainerroad, usw.)
  • Interaktive Trainer: Elektronische Wireless-Direktantrieb-Rollen, voll interaktiv (automatische Widerstandseinstellung) zum Beispiel bei Bergauf-Bergab Fahrten mit ANT + Fe-C und Bluetooth Smart.

Überblick über die Elite Trainer Modelle:

Eine Fragen, die mir im Ladengeschäft häufig gestellt wird: Welcher Elite-Rollentrainer kann auch Steigungen simulieren (bis ca. 20%). Hier muss man zwischen den Smart und den interaktiven Rollentrainern unterscheiden, denn die interaktiven Trainer sind dazu in der Lage. Da wird das Fahren nochmal deutlich „natürlicher“.
Folgende Modelle kann ich empfehlen: Drivo und Direto. Bei diesen Modellen können bergauf-bergab Passagen perfekt simuliert werden, also fast wie in der Natur.

Wem ein Smart-Trainer reicht ist mit dem Elite Turno (also dem Nachfolger des Turbo-Muin) super bedient. Einzig was für den Profi-Radsportler fehlt, ist ein richtiger integrierter Leistungsmesser. Das aber bietet dir der Smart-Trainer Kura (Genauigkeit +/- 1%).

Die Modelle Novo oder Qubo sind wiederum Elite Trainer, welche mit eingehängtem Hinterrad arbeiten.
Und Arion ist der Trainer für alle Freunde der „freien Rolle“ … also das absolut schwimmende, freie Gefühl, das allerdings auch ein wenig mehr Konzentration erfordert 😉

Damit solltet ihr einen guten Überblick über die unterschiedlichen Elite Modelle haben.

Elite Trainer Software & Zubehör

Wer passende Software bzw. DVDs für sein Training sucht, findet diese hier.
Und ebenso gibt es ausreichend Zubehör-Artikel von Elite für das optimale Rollentraining: Schweißfänger, Laufradstütze oder Brustgurt zur Herzfrequenzmessung und Übertragung via ANT+

Wer sich noch umfangreicher über das Thema informieren will, der findet hier einen Beitrag über das allgemeine Thema Rollentrainer:

Rollentrainer und ihre Unterschiede

Und jetzt, viel Spaß beim Indoor-Training!

Aaron Hoffmann
Ein Beitrag von: Aaron Hoffmann – HIBIKE Ladengeschäft Kronberg im Taunus

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