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Fahrradpflege richtig gemacht – Gib dem Dreck keine Chance

Frisch aktualisiert: Fahrradpflege für Herbst und Winter!

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Ja, Herbst und Winter stehen schon wieder vor der Tür. Eine tolle Zeit zum Radfahren, aber Nässe und Matsch erfordern besonders viel Pflege für dein Fahrrad. Ketten knirschen, Schraubverbindungen traut man irgendwie nicht mehr und in alle Ritzen dringt feiner Schlamm und mahlt sich seinen Weg in die Lager und Gelenke. Also sollte man sein Rad regelmäßig reinigen und strategisch schmieren. Man kann das obsessiv tun, oder technisch korrekt.
Wir haben diesen Beitrag für dich frisch aktualisiert, also leg los…

Im Folgenden möchte ich einen Überblick über technisch korrekte Reinigung und die dazu benötigten Werkzeuge und Pflegemittel geben.

Was benötige ich, um mein Rad zu reinigen?

Wer einen Gartenschlauch hat, hat schon gewonnen. Wer so etwas nicht hat, dem bieten sich zwei Alternativen an:

  • Mobile Reiniger, die das Wasser mit geringem Druck versprühen
  • Eimer, Bürsten, Schwamm und Lappen

Zum Bsp. der mobile Hochdruckreiniger von Nomad verbraucht sehr wenig Wasser und liefert ein sehr gutes Ergebnis. Er hat verschiedene Aufsätze, z.B. eine Sprühpistole und eine Bürste. Er funktioniert auch hervorragend mit Brauch- oder Regenwasser, denn er hat einen Filter unter dem Tank, damit die Pumpe nicht verschmutzt wird. Eine gründliche Bikewäsche ist bereits mit unter 5L Wasser möglich.

Eimer, Bürsten und Schwamm ermöglichen schnelles und präzises putzen, sind günstig in der Anschaffung und verschwenden kein Wasser.

Benötigte Pflegemittel:
– Fahrradreiniger
– wasserfestes Fett
– zähflüssiges Öl
– Bürsten
– Schwamm
Pflegesets & Bürsten

Wo und wie reinige ich richtig?

Erst werden alle beweglichen Teile von Schmutz befreit.

Dazu gehören:

  • die GabelBikepflege_Welche-Teile-werden-gereinigt
  • der Steuersatz
  • die Kurbel
  • die Kette
  • die Naben
  • das Ritzel
  • der Umwerfer (falls vorhanden)
  • das Schaltwerk
  • die Schalthebel
  • die Bremshebel
  • die Bremsen
  • die Felgen
  • ggf. die Reifen

Jetzt kann man das Rad trocknen lassen oder es mit einem Lappen trockenwischen. Wenn sich irgendwo hartnäckige Verschmutzungen halten, hilft meist ein biologisch abbaubarer Reiniger in Verbindung mit einer Bürste und Lappen.
Mechanische Reinigung mit einer möglichst starren Bürste ist an den Schaltröllchen wichtig, damit eine saubere und vor allem präzise Schaltfunktion gewährleistet bleibt. Bei offen verlegten Zügen kann es sinnvoll sein, sie auszuhängen, abzuwischen, die Bowdenzughülle zu verschieben, die Innenzüge abzuwischen und einen Tropfen Öl aufzubringen.

Den Steuersatz sollte man ebenfalls prüfen: Vorbau entfernen, die Gabel ein Stück nach unten herausziehen und nachschauen, ob Feuchtigkeit oder Dreck zu sehen sind. Ist das der Fall, mit einem Lappen reinigen und vor allem trocknen. Dann eine ganz dünne Fettschicht auf den Lagern auftragen.

Die Gabel wird am besten mit einem Lappen gereinigt und unserer Erfahrung nach nicht mit sog. “Gabelpflegeöl” geschmiert. Dieses dünnflüssige Öl zerstört die Gabel leider. Das liegt daran, dass die Hauptdichtungen zweiteilig aufgebaut sind. Unter der Hauptdichtung sitzt bei den meisten Gabeln ein Schaumgummiring, in dem sich sehr zähflüssiges Öl befindet, das die Aufgabe hat, Schmutzpartikel, die an der Hauptdichtung vorbei in die Gabel eindringen, zu binden. Bringt man nun ein dünnflüssiges “Spülöl” auf, wäscht das die Partikel aus den Schaumgummiringen. Es entsteht eine prima Schleifpaste, die die Gabel zerstört. Also Finger weg von sogenanntem “Gabeldeo” oder ähnlichen Mitteln. Wenn man unbedingt ein wenig Öl auf die Standrohre aufbringen will, sollte das 15Wt Gabelöl sein. Im Winter sollte aber tatsächlich regelmäßig ein kleiner Gabelservice durchgeführt werden um die optimale Funktion und Lebensdauer zu gewährleisten.
Reinigen & Entfetten

Richtig schmieren

Bikepflege_Wo-muss-geölt-werdenBenötigt wird:

    • zähflüssiges Kettenöl
    • wasserfestes Fett

Öl ist nur für die Kette. Alle anderen Teile sollten so gut gedichtet sein, dass man nicht viel Arbeit aufwenden muss. Wenn es allerdings knirscht und schleift, dann hilft oft nur noch das Bike oder einzelne Bauteile zu zerlegen und gründlich zu reinigen. Auch bei der Kette sollte wenn möglich auf Sprühöl verzichtet werden. Bei Fahrrädern mit Scheibenbremsen kann sich der Ölnebel, der beim Sprühen entsteht, auf den Bremsscheiben absetzen und dann sind die Bremsbeläge im Nu defekt, weil verölt.

Öle & Fette

Detailarbeit – damit auch jedes Teil glänzt

Wer sein Rad nicht nur sauber, sondern schön machen will, der kann mit Politur nachhelfen. Gute Ergebnisse bringt Silikonpolitur, die man mit einem Lappen einreibt und auch nachpoliert. Schöner Nebeneffekt: der Dreck bleibt dann nicht mehr so gut haften. Kleine Bürsten erreichen auch die Innenseite der Bremshebel, die Schaltröllchen und z.B. das Schwingenjoch. Also den Teil des vollgefederten Rahmens (Fully) hinter dem Tretlager, an dem die Schwinge gelagert ist.

Wer sein Rad regelmäßig putzt und die wichtigsten Stellen neu schmiert, der wird auch im Winter und im Matsch lange Spaß daran haben und spart letztlich Geld, weil er nicht ständig und in vergleichsweise hoher Frequenz Ersatzteile kaufen muss.
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