25 Jahre HIBIKE - über HIBIKE

Firmengeschichte HIBIKE: 25 Jahre HIBIKE – Eine Geschichte

Es ist allgemein bekannt, dass alle guten Geschichten in einem kleinen Studentenzimmer in einem kleinen Stadtteil von Frankfurt, in unmittelbarer Nähe zumTaunus, beginnen. Da es sich hier um eine besonders gute Geschichte handelt, beginnt auch diese an selbigem Ort. Um genau zu sein beginnt diese Geschichte im Mai 1994, im Riedrain 4 in Frankfurt-Sossenheim, im Studierzimmer einer Studenten-WG in der auch Christian Bär lebte. Christian hatte damals eine Idee:

Nachdem ihn sein Onkel, der selbst begeisterter „BIKE“-Magazin-Leser war, darauf aufmerksam gemacht hatte, dass es Endkunden im Prinzip unmöglich war, die revolutionären und neuen Mountainbike Produkte aus den USA in Deutschland zu beziehen, fasste Christian den Beschluss die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Über einen Bekannten, der seinerseits Pilot war, gelang es Christian eine Rock Shox Mag 21 Federgabel, eines eben jener revolutionären Produkte aus den USA, zu importieren. Der erste Artikel, der jemals einen Platz im „Sortiment“ des Einmannbetriebes finden sollte, war somit gefunden und gleichzeitig sollte sich herausstellen, dass die Nachfrage nach den exklusiven Teilen größer war als erwartet.

Die Frage war also: Wieso nur Federgabel importieren und nicht auch andere Komponenten? Bloß welche? Und waren diese überhaupt gefragt? Es war schnell klar: Es musste ein Bike-Experte her. Wie es der Zufall wollte, hatte auch hier der Fahrradgott seine Hände im Spiel und entsandte Rainer Nowacki. Dieser war regelmäßiger Kunde einer nahegelegenen Buchhandlung, dadurch in Kontakt mit Christian’s Bruder und zudem als absoluter Mountainbike- und Free-Ride-Enthusiast bekannt. Es dauerte nicht lang und Rainer war überzeugt von der Idee und fortan Teil des kleinen Radhandels.

Etwa zur selben Zeit wurde immer klarer, dass ein schnittiger, griffiger und einprägsamer Name her musste. Das „Hi“ von „Hightech“, was gleichzeitig für ein freundliches „Hallo“ stehen sollte und „Bike“, aus dem Englischen für Fahrrad, wurden einfach zu einem Wort kombiniert. Es entstand der Name HIBIKE, bzw. zu Beginn noch „Hi Bike“. Darin war sowohl der Fokus auf Kundennähe und Freundlichkeit verpackt, als auch die Tatsache, dass HIBIKE als Erstimporteur vieler Teile, absolute Hightech-Ware anbot.

Und so nahmen die Dinge ihren Lauf: Die Federgabel wurde fortan durch weitere exklusive Teile ergänzt und schnell wurde es in der kleinen Wohnung in Sossenheim zu eng. Auch die zur WG gehörige und bereits belagerte Garage bot schnell nicht mehr genug Platz. Zudem wurde die ursprüngliche Idee, einen reinen Versandhandel zu  betreiben, aufgrund der vielen Fragen nach einem Showroom in dem die seltenen Parts und Komponenten begutachtet werden können, rasch verworfen. Ein Umzug des jungen Unternehmens war also kaum mehr abzuwenden.

 

Der erste Showroom – in Großmutters Garage

In diesem Falle kam die Hilfe aus dem Hause der Großeltern. So fügte es sich, dass die beiden Jungen Unternehmer 1995 eine geräumige Doppelgarage beziehen konnten, in der zukünftig Kunden die exotischen Raritäten bestaunen durften. Auf sage und schreibe vier Quadratmetern drängte sich fortan die Kundschaft, um einen Blick in die Vitrine mit Kostbarkeiten zu werfen. So kam es an Samstagen nicht selten zu Menschenschlangen, die sich quer durch den Garten schlängelten, denn das Meiste an edlen Parts und Zubehör war zu dieser Zeit in Deutschland nur über HIBIKE zu beziehen. Auch Custom Aufbauten gehörten fortan fest in das HIBIKE Sortiment, denn die Kunden freuten sich über individuelle Bikes direkt vom Experten. Die Räder von der Stange waren zu dieser Zeit oft mäßig ausgestattet, somit war es die logische Konsequenz, das Bike individuell zusammenstellen zu lassen. Feinste Teile von Pauls, Yeti, Ringlé, Grafton, Precision Billet, Kooka und Chris King waren damals die Verkaufsschlager.

Rainer war bereits damals vom „Mehrgelenker“ überzeugt, unseren heutigen Fullys, und versuchte bereits in den ersten Jahren die Kunden von den damals am Markt üblichen Eingelenkern abzubringen. Dies zu Beginn mit teils mäßig Erfolg aber die Kunden kamen – und es wurden täglich mehr.

Erstmals kamen Christian und Rainer dadurch personell an ihre Grenzen. Abhilfe kam durch einen jungen Bike-Freak Namens Jürgen Faber. Das Trio Infernale war komplett. Kurz darauf erblickte das erste Komplett-Bike, natürlich komplett nach Kundenwunsch aufgebaut, in jener Garage das Tageslicht. Aber auch abseits des Ladens waren sich die drei Kollegen sympathisch. Lachend erinnern sich die drei noch heute an lange „Zockernächte“ mit LAN-Partys und heißen Duellen bei Videospielen wie „Duke Nukem“ oder „Wolfenstein“, die sie Nachts spielten, wenn sie mal wieder „länger arbeiten“ mussten. Das war nicht zuletzt dessen geschuldet, dass das Internet zu dieser Zeit in den Kinderschuhen steckte und die Bestellungen in die USA, mitten in der Nacht per Telefon oder Fax zu den Geschäftszeiten der Partner in Übersee getätigt werden mussten. Also hieß es wach bleiben und sich beim Warten auf das Antwortfax die Zeit vertreiben.

Auch gegen die Konkurrenz mussten sie sich behaupten. Wie an jenem Tag, als der Besitzer eines Fahrradladens aus Frankfurt, in Begleitung eines finster dreinblickenden Schlägers, unangemeldet reinschneite, um die plötzlich aufgetauchte Konkurrenz einzuschüchtern. Ein leichter Augenaufschlag und ein nettes Lächeln der „Perle des Hauses“, dem 60 Kilogramm schweren Hund von Rainer Nowacki, der auf den Namen „Boncuk“ bzw. „BB“, türkisch für „Perle“ hörte, reichten jedoch aus, um die ungebetenen Gäste wieder rückwärts durch die Tür auf die Straße stolpern zu lassen.

Auch Schmuckstücke wie das erste Serien Komplettbike, das Yeti ARC LT, das damals als die ultimative Downhillwaffe galt und feinste Antriebskomponenten von Herstellern wie Grafton oder auch Paul wurden direkt in die Garage importiert.

 

Auf nach Kronberg

1996 war ein Jahr voller Ereignisse. Nachdem HIBIKE kurz nach Anfang des neuen Jahres nun auch den Vertrieb via Bildschirmtext (kurz „BTX“, vergleichbar mit dem heutigen Teletext bei Fernsehgeräten) anbot, wuchs das Unternehmen schnell und stetig. So war es am Ende des Jahres Zeit, sich ein weiteres Mal um die Erweiterung der Geschäftsräume zu bemühen. Die Wahl fiel auf das beschauliche Kronberg, ein Ort am Fuße des Taunus.

So kam es, dass sich nach einem lebensgefährlichen Aufstieg in das sich in 257m Höhe befindliche Kronberg, in der Westerbachstraße 2 zukünftig das neue Ladengeschäft von HIBIKE befinden sollte. Mit 80 Quadratmetern hatte sich die Fläche um das 20fache vergrößert. Durch diesen Schritt war es nun endlich möglich Komplettbikes, Rahmen und Teile in größerer Menge auszustellen. Auch wurden das „Katalog“-Geschäft (bei den damaligen Katalogen handelte es sich um ausgedruckte Excel-Tabellen die den Paketen beigelegt wurden) ordentlich angekurbelt. Schmunzelnd erinnert sich Rainer noch heute an diverse Tuningprojekte von Federgabeln, die zu damals irrwitzig langen und bisher noch nie gesehenen Federwegen hochgezüchtet wurden.

Das Jahr lief erfolgreich aus und 1997 stand vor der Tür. Jenes Jahr sollte diverse Neuheiten und Premieren für das noch immer junge Unternehmen parat halten: Zum einen wurde der Firmenname erstmals mit einem Slogan ergänzt („HIBIKE – Der Bike Versand“) und zum anderen konnte HIBIKE als erster deutscher Bike Shop einen Katalog über das Internet anbieten. Zwar handelte es sich dabei lediglich um eine Info-Seite, dennoch war dieser Schritt wegweisend. Mit dem Einstieg ins Internet folge dann aber auch neuer Slogan. Von nun an bot HIBIKE unter dem Motto „Räder für Sport & Freizeit“ Bikes für jeden Fahrradliebhaber an. Zusätzlich hatte HIBIKE von nun an auch Rad-Bekleidung und Schuhe im Sortiment.

In den folgenden 2 Jahren fand unter anderem der junge IT’ler Werner Ott, seinen Weg zu HIBIKE. Schnell sollte seine Arbeit Früchte tragen, denn im Juli 1999 konnte er mit wund programmierten Fingern, stolz den ersten Web-Shop mit Bestellfunktion per Kauf-Button eines deutschen Zweiradhandels im Internet präsentieren. Eine für damalige Verhältnisse unglaubliche Leistung. Das Unternehmen wuchs in den darauf folgenden Jahren stetig weiter, sodass eine Erweiterung der Räumlichkeiten auf eine zusätzliche Etage stattfand und die Verwaltung einen Umzug in das gegenüberliegende Gebäude bewältigen musste. Mit der 2000er Wende war HIBIKE fortan mit dem Claim „Best Bike & Parts“ zu verbinden.

2005 fand schließlich der erste Vorläufer des HIBIKE Testivals, damals noch Frühlingsfest genannt, statt. Das Fahrrad-Testevent bestand aus einem Zelt und zwei frierenden Männern, die an einem von Schneeregen geplagten Apriltag diverse Rennräder zum Testen anboten. Aber oftmals ist ein schwieriger Anfang der Start von vielen guten Dingen. So auch in diesem Fall, denn unser Testival findet bis heute jedes Jahr im April satt. (Aus 2005 gibt es leider keine Bilder, aus diesem Grund halten wir ein paar Highlights vom Testival 2006 bereits.)

„Die Gass‘ runner“ – Mehr Platz für noch mehr Ware

2007 war es schlussendlich soweit: Die Räumlichkeiten und Lagermöglichkeiten in der Westerbachstraße 2 waren vollends ausgenutzt und so musste HIBIKE sein Ladengeschäft ein weiteres Mal verlegen. Folglich ging es mit Sack und Pack circa 500m die Straße runter, in die neuen Räumlichkeiten der Westerbachstraße 9, wo HIBIKE bis heute ansässig ist. Nachdem auch hier die Verwaltung zwecks Erweiterung der Versandabteilung schon nach kurzer Zeit in ein weiteres Gebäude auf dem Gelände umziehen musste, entschied HIBIKE 2012 das größte Gebäude auf dem Gelände ebenfalls anzumieten, da das Lager vergrößert werden musste.  Um der neuen Größe des Unternehmens Ausdruck zu verleihen, gab man HIBIKE im September 2013 den neuen Slogan „Hauptsache Fahrrad.“ und verlieh somit dem Schwerpunkt des Unternehmens neue Stärke: „Das Wichtigste für uns sind Fährräder und alles was dazu gehört.“

Auch jetzt nach 25 Jahren, langen Geschäftsnächten, drei Umzügen, kalten Testevents im April mit Schneeregen, vielen schönen Erlebnissen und Momenten, vielen Premieren, viel Arbeit, vielen verkauften Bikes, gut 100 Marken im Portfolio, mehreren Wandlungen der Branche und etlichen neuen Mitarbeitern  ist unsere Hauptsache immer noch das Fahrrad.

25 Jahre HIBIKE Produkte

Du willst mit uns feiern? Anlässlich unseres 25jährigen Bestehens haben wir einige Jubiläums-Artikel entworfen. Die Tacx Bio Trinkflasche zeigt unsere Wurzeln mit Taunus und Frankfurter Skyline-Print, die Specialized Purist Flasche gibt es mit einem 25 years HIBIKE-Remake des RockShox Mag 21-Logos sowie mit dem Retro Skull-Logo. Stylische Loose Rides Trikots gibt’s in zwei Styles mit ebenfalls mit dem Totenkopf Retro-Skull Logo und on Top gibt es Skull-Logo als auch das RockShox Mag 21 Remake Logos als Sticker.

 

Das HIBIKE Firmengelände im Jahr 2019

One thought on “Firmengeschichte HIBIKE: 25 Jahre HIBIKE – Eine Geschichte

  1. Herzlichen Glückwunsch!
    Wahnsinn, 25 Jahre gibt es den Hibike schon? Kaum zu glauben.
    Das war eine tolle Zeit damals unterm Dach an die ich gern zurück denke.
    Gibt es die Matchcodes noch?
    Auf die nächsten 25 Jahre und viele Grüße.

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