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Der neue Prince of Bel Air? Der SDG Bel Air 3.0 im Test

Wer besser sitzt, fährt länger schnell! Sättel sind einer der größten Faktoren, wenn es um den Fahrkomfort eines Fahrrades geht. SDG hat mit dem Bel Air schon sehr lange einen Top Allrounder im Programm. Jetzt ist der nächste Sattel der allseits beliebten Bel Air Reihe erhältlich: Der SDG Bel Air 3.0. Was der Neuling kann, hat Luca für euch getestet.

Der neue SDG Bel Air 3.0 ist da! Besser noch: Ich hatte schon vorab die Möglichkeit das gute Stück für euch zu testen. Und die Erwartungen sind hoch, denn schließlich liegt vor mir niemand geringeres als der Nachfolger des Bel Air 2.0, dem erfolgreichsten aller SDG Sättel. Das lässt doch auf einiges hoffen. Doch was kann das gute Stück und ist der Bel Air 3.0 ein würdiger Nachfolger? Genau das habe ich in meinem Test herausgefunden.

Der SDG Bel Air 3.0: First Look

Ganz vorneweg die technischen Daten & Features des Bel Air 3.0

  • Einsatzbereich: MTB, Enduro, E-MTB
  • Schale: Nylon glass fiber base bridge
  • Polsterung: EVA-foam
  • Material Sattelstreben: Lux-Alloy
  • Abmessung: 260x140mm
  • Gewicht: ab 181 g (Carbon), Testsattel: 236g
  • Komfortabler, kürzerer Sattel für Trail, Enduro und E-MTB
  • Nach oben gezogenes Heck für zusätzliche Hüftunterstützung
  • Peri-Canal Bauweise zur optimalen Druckverteilung
  • Frei bewegliche Sattelstrebeneinsätze für komfortablen Flex
  • Ergonomischer Ausschnitt in der Sattelschale aus Nylon-Glasfaser zur Druckentlastung
  • Breite Sattelnase für leichteres Fahren auf der Sattelspitze
  • Neuartiger injection-moulded Lightweight EVA-Schaum
  • Einteiliges Obermaterial mit ultraschall-verschweißtem, abriebfesten Kantenschutz
  • Vier Versionen erhältlich: Stahl, Lux-Alloy, Fuel-Edition, Carbon

Der Bel Air III kommt, wie die meisten Sättel, auf einer Displaypappe auf die er mit einer Kunststoffhalterung geklemmt ist. Auf der Pappe lassen sich die Randdaten des Sattels ablesen. Die Tatsache das hier mit einem (theoretisch) wiederverwendbaren Kunstoffclip statt den üblichen Kabelbindern gearbeitet wurde, verleiht der ganzen Sache irgendwie von Anfang an einen wertigen Touch.

Das matte, angenehm-griffig wirkenden Material des Sattels und ebenfalls schwarze jedoch glänzende Aufschrift, bestätigen diesen Eindruck. Die schwarzen Sattelrails des von mir gewählten Modells, lassen den Sattel schön schlicht und elegant wirken, jedoch gibt es wie immer auch farbenfrohe Varianten des Bel Air III. Darunter auch eine Version mit den nun allseits vertretenen “Oil Slick” Rails. Alles in allem ist da wirklich für jeden die richtige Kombi dabei! Bei weiterer Begutachtung fällt mir die griffige Gummierung an den Sattelflanken auf, diese wird sich später noch bemerkbar machen. Aber nun erstmal ans Rad mit dem guten Stück!

Am Rad angebracht macht der Sattel eine gute Figur. Er wirkt wie zuhause an meinem Enduro. Hübsch! 🙂

Der First Ride mit dem SDG Bel Air 3.0

Ich habe mit dem Bel Air mehrere Szenarien durchgetestet. Dazu gehört natürlich eine Ausfahrt in den Taunus mit Bib-Shorts, sowie längeren Up- und Downhills, eine kürzere Tour ohne die Bib aber auch eine kleinere Tour in normalen Hosen und ohne Bib um z.B. den Arbeitsweg zu simulieren. Bei letzterer Rune habe ich extra geschaut nicht auf komfortabel Unterwäsche oder Hosen zu achten um den Einsatz im Alltag so realistisch wie möglich zu simulieren.

Doch wie sitzt sich nun der Bel Air 3.0? Die Antwort ist simpel: Angenehm! Der Sattel ist nicht zu weich, vermittelt aber dennoch ein bequemes Gefühl beim sitzen, auch ohne Sitzpolster. SDG hat auf der Unterseite der Sattelschale eine Aussparung in die Sattelschale konstruiert. Diese sorgt merkbar dafür das Damm und Prostatabereich entlastet werden und der ungemein bekannte und unbeliebte “Druck” auf das beste Stück bleibt aus. Auch meine Zehen, die bei diversen Sätteln gerne mal einschlafen, hatten beim SDG Bel Air 3.0 nichts zu vermelden und freuten sich über gute Durchblutung. Auch nach knapp 50 km und 1440 Hm saß ich “wie auf Wolken”. Gerade das hochgezogene Heck und die breite, kurze Sattelnase des Bel Air 3.0 war in steilen Kletterpassagen eine spürbare Hilfe! Top! Lange Endurotouren mit Bibshorts sind also kein Thema!

Meinen Alltagstest hat der Sattel problemlos bewältigt: In Jeans ein paar Einkäufe erledigen und mit vollem Rucksack wieder heim? Kein Thema! Auch das Zusätzliche Gewicht des Rucksacks ließ den Bel Air nicht unbequem werden. Das lässt darauf schließen, dass auch Fahrer jenseits meiner 78 kg wohl gut mit dem Sattel zurecht kommen werden.

Lediglich bei meiner Tour in den Taunus ohne die Bib-Short hatte ich gegen Ende der Tour ein wenig Probleme mit dem Sitzfleisch. So saß ich gegen Ende gefühl doch auf Peperonis (wenn auch nur mittelscharfe). Das lag aber nach meiner Einschätzung vor allem an der extrem schlecht gewählten Boxershort statt am Sattel.

Im Downhill hatte ich einen kurzen Moment der Überraschung: Die gummierten Flächen an den Sattelflanken sind wirklich griffig. So hatte ich in der ersten Abfahrt das Problem, dass der Sattel mit 2-3 mal an der Oberschenkelinnenseite “fest klebte” als ich mit dem Hintern nach über den Sattel raus wollte. Daran gewöhnt man sich jedoch schnell und kann so die griffigen Sattelflanken sogar zum eigenen Vorteil nutzen, um z.B. mit Knie oder Oberschenkel das Bike in der Luft oder ruppigen Sektionen zu führen bzw. zu stabilisieren.

Auch einen Sturz hat der Sattel hinter sich. Der Bel Air 3.0 zeigte sich davon im Gegensatz zu mir allerdings wenig beeindruckt und blieb unbeschädigt.

Mein Fazit zum SDG Bel Air 3.0


Manchmal gibt es nicht mehr viel zu sagen: Der SDG Bel Air 3.0 ist bequem, solide und schaut gut aus. Lange Touren sind kein Problem und auch zum Commuten ist der Sattel gut geeignet. Auch wenn der Sattel nur in einer Breite kommt hatte ich nie das Gefühl er müsste breiter oder schmaler sein. Zusammenfassend kann man sagen: Der Bel Air 3.0 ist ein extrem preis-leistungsstarker Sattel der vor allem Enduristen und abfahrtsorientierten Bikern Spaß machen wird. Kein wunder, dass Profis wie Kyle Strait oder Kirt Voreis schon ewig auf SDG setzen und sitzen.

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HIBIKE Blog
Luca von PeschkeHIBIKE MarketingAm liebsten unterwegs auf: Enduro

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