Endura MT500 Regenanzug – Der ultimative Einteiler?

Wer schafft es, einen perfekt funktionierenden Regenanzug zu entwickeln, wenn nicht die vom Regen gesegneten Schotten? Das dachten wir uns auch und haben uns den nagelneuen MT500 Waterproof Suit von Endura geschnappt und ihn bei nicht minder schlechten, deutschen Bedingungen getestet. Was der neue Einteiler der schottischen Highend-Bekleidungsmarke zu bieten hat, erfahrt ihr hier in Laurenz’ Testbericht.

Das Thema Einteiler hat mich vor Antritt dieses Tests schon seit längerem beschäftigt. Die Vorstellung ein Kleidungsstück zu haben, welches Regenhose und Regenjacke vereint und das Handling der Bekleidung bei einer ausgiebigen Matsch-Tour erheblich vereinfacht, war für mich stets reizvoll. Somit war ich umso begeisterter als sich die Möglichkeit ergab, den Endura Mt500 Regenanzug für den HBIKE-Blog zu testen.

Als Mitglied der MT500-Familie hingen die Erwartungen an den Anzug bereits vor Beginn des Tests recht hoch. Denn unter diesem Label entwickeln die Schotten bereits seit vielen Saisons erfolgreich hochfunktionales Fahrradequipment. Zu den absoluten Highlights der Serie zählten bisher vor allem die MT500 Regenjacke und Regenhose, auf die wir im späteren Verlauf dieses Berichts auch noch zu sprechen kommen. Aber nun erstmal zum MT500 Regenanzug.

Look & Feel

Als ich den Anzug das erste Mal in Hände bekam, fiel mir direkt die gewohnt hochwertige Verarbeitung und Optik der verwendeten Materialien auf. Optisch ist der MT500 Anzug ein Understatement par excellence: Das Endura typische Blass-Schwarz, welches man beispielsweise von der MT500 Regenhose kennt, kombiniert mit dezenten Logoprints und reflektierenden Elementen ist definitiv etwas für Fahrer, die eher unter dem Radar der Style-Polizei fliegen wollen und ihr Augenmerk vor allem auf die Qualität und Performance eines Produktes richten. Mir gefiel der Anzug auf Anhieb!

Konstruktion & Spezifikationen

Allein dass bei einem Kleidungsstück in der Überschrift von einer Konstruktion gesprochen werden muss, zeigt bereits was für ein technologisches Produkt der Rainsuit von Endura ist. Da wäre zuerst einmal das bewährte Exoschell60-Material, welches dafür bekannt ist extrem wasserabweisend zu sein. Erreicht wird dies durch einen dreilagigen Gewebeverbund, der eine Atmungsaktivität von 60,000 gm/m2/24hr aufweist und zudem extrem wasserdicht sein soll. Die sehr hohe Wassersäule von 18 000 mm liegt beispielsweise noch über der Wasserdichtigkeit des vergleichbaren Vaude Moab Rain Suits.

Ein solch leistungsfähiges Textil will adäquat verarbeitet sein. So haben die Produktdesigner von Endura dem Anzug eine sehr durchdachte Konstruktion verpasst. Der Schnitt ist mit schmal zulaufenden Beinen, einem tallierten Oberteil und lang geschnittenen Ärmeln weder zu weit noch zu eng und somit genau richtig. Während des Tests trug ich den Anzug in Größe L bei einer Körpergröße von 1,85 cm und einem Bauchumfang bürgerlichen Durchschnitts. Herzstück der Konstruktion des Rainsuits ist jedoch nicht der Schnitt sondern die Verbindung zwischen Hose und Oberteil. Und zwar wird diese bei Endura einzig am Rücken geschlossen – sicherlich die Stelle, die in der Praxis die meiste Nässe abbekommt. Im Gegensatz zu Herstellern verzichtet Endura also auf einen komplett geschlossenen Anzug. Dies mit dem Ziel das An- und Ausziehen des Anzugs zu vereinfachen beziehungsweise erst einmal zu ermöglichen, da man bei komplett geschlossenen Anzügen schon eher vom Einsteigen statt vom Anziehen sprechen kann. Zudem entsteht dadurch an der Vorderseite der Eindruck, dass eine Hosen-Jacken-Kombi getragen wird, was einen besonderen Wiedererkennungswert schafft und dem ein oder anderen vielleicht noch mehr gefällt, als ein komplett geschlossener Anzug.

Der Endura MT500 Einteiler im Einsatz

Ein Teil um allen Wetterlagen zu trotzen? Auf der Suche nach der Antwort auf diese Frage habe ich den Einteiler von Endura in den verschiedensten Situationen eingesetzt. Neben ausgiebigen Trailtouren habe ich ihn auch auf knackigen Endurorunden und beim Pendeln ins Büro getragen. Nachdem die letzten Herbstwochen noch nicht das für den Test erwünschte, nasse Wetter brachten, wurde hier zunächst bei eher trockenen und noch nicht allzu kühlen Temperaturen getestet – perfekt um die laut Papier sehr hohe Atmungsaktivität des Anzugs zu testen.

Atmungsaktivität & Belüftung

Dank der großzügigen Ventilationsöffnungen, die sich sowohl am Oberteil, unter den Achseln, als auch an den seitlichen Hosenbeinen mittels Reißverschluss aktivieren lassen, sind bei Fahrten im mittleren Pulsbereich Temperaturen bis 15° Grad noch im grünen Bereich. Auf anstrengenderen Fahrten, wie etwa auf meiner 23 km und 500 hm messenden Strecke vom Büro nach Hause, stößt der Anzug bei voll geöffneten Luken bereits bei der 10°-Marke an seine Grenzen. Jetzt mögt ihr euch vielleicht fragen, warum man einen Einteiler überhaupt bei trockenem Wetter tragen sollte? Ganz einfach: Weil das Ding zwei Kleidungsstücke in einem vereint und damit vieles einfacher macht! Hinzu kommt, dass auch an einem milden und vermeintlich trockenen Herbsttag, der nächste Schauer häufig bereits hinter der nächsten Kurve auf dich lauert. Und hier kommt dann auch schon die größte Stärke des Suits ins Spiel: Die Wasserdichtigkeit.

Ist der Regenanzug wirklich wasserdicht?

Wenn es so richtig aus Eimern schüttet habe ich meistens erst gar keine Lust raus auf’s Rad zu gehen. Mit dem MT500 Regenanzug war das zuerst immer noch genauso, da bin ich ganz ehrlich. Doch als ich eines morgens in meinem Bürooutfit und dem schnell drüber gestreiften Regenanzug zur Arbeit fuhr und in einen Schauer geriet, war es um mich geschehen. Der Anzug hatte nicht mal den kleinsten Tropfen Feuchtigkeit durchgelassen, sodass ich mich gleich an den Schreibtisch setzen konnte.

Vorbei waren die Zeiten, in denen schlechtes Wetter schlechte Laune (weil kein Radfahren) bedeutete. Fortan bin ich absichtlich rausgegangen, wenn’s nass war. Dabei habe ich es erst geschafft, den Anzug an seine Grenzen zu bringen, wenn’s nicht nur von oben so richtig nass war sondern auch von unten. Nach zwei Stunden Trails pflügen, gab der Stretch-Einsatz im Schritt nach und ließ Feuchtigkeit durchdringen. Überrascht war ich, dass selbst bei solchen Extrembedingungen, die offene Stelle zwischen Ober- und Unterteil sich nicht als Schwachstelle herausstelle. Durch die natürliche, weit vorgebeugte Haltung auf dem Trailbike ist die Stelle immer geschlossen und lässt weder Matsch noch Nässe durch. Beim Bauchplatscher in die Pfütze brauch man sich allerdings nicht wundern, wenn die Buchse nacher nass ist.

Tragekomfort & Features

Neben der beeindruckenden Wasserdichtigkeit punktet der Anzug in meinen Augen auch durch seine Usability. Auf dem Trail sorgte der tallierte Schnitt dafür, dass der Anzug auch bei wilden Fahrmanövern die Bewegungsfreiheit nicht einschränkte. Zur Einkehr ist schnell das Oberteil aus- und später wieder angezogen, da es sich durch die zweigeteilte Konstruktion wie eine Jacke überziehen lässt. Die Zipper um die Ventilationsöffnungen zu aktivieren, sind etwas schwergängig aber lassen sich mit etwas Geduld dennoch während der Fahrt öffnen.

Die abtrennbaren Hosenbeine habe ich aufgrund der Witterung nicht genutzt. Beim Ausprobieren ist mir allerdings aufgefallen, dass eher eine 3/4-Hose als eine kurze Hose entsteht, was mir persönlich aus Gründen der Bewegungsfreiheit nicht so zusagt. Ein großes Plus sind die großen Taschen am Oberteil, die aufgrund ihrer eher frontalen Positionden Anzug auch in befülltem Zustand nicht unangenehm ausbeulen oder gar von der Hüfte ziehen. Am begeistertsten bin ich jedoch vom einfachen Anziehen des zweigeteilten Einteilers (langsam komme ich selbst durcheinander). Wie gut das funktioniert habe ich hier einmal veranschaulicht.

Endura MT500 Regenanzug Einteiler Rain Suit

Fazit

Mein positive Erwartung an Bike-Einteiler wurde durch den MT500 Regenanzug nicht enttäuscht. Der Einteiler hat sich als Problemlöser in so vieler Hinsicht herausgestellt, doch am schwersten wiegt sicherlich die hervorragende Wasserdichtigkeit bis in extremste Bedingungen. Der Anzug hat sich auch nach zwei Monaten intensivsten Testens kein bisschen abgenutzt, was auf eine hohe Lebensdauer schließen lässt. Dass das den hohen Preis jenseits der 400 Euro-Marke zwar rechtfertigt aber nicht weniger schermzen lässt, ist leider nicht zu ändern. Dennoch würde ich jedem, der auf eine starke Performance und das perfekte Equipment großen Wert legt, zum Sparen raten, denn für mich ist er der ultimative Einteiler. Der einzige Nachteil des Anzugs ist und bleibt, dass ich ihn nicht behalten durfte. Ich fange dann schonmal an zu sparen!


Im Vergleich: Die MT500 Regenjacke & MT500 Regenhose

Warum einen teuren Einteiler kaufen, wenn ich auch den klassischen Weg gehen kann mit einer Regenose und Regenjacke? Die Frage möchte ich in diesem Vergleich kurz behandeln. Sicher ist der Preis des MT500 Regenazugs hoch angesetzt. Legt man sich allerdings die Jacken-Hosen-Kombi an spart man aktuell rund 10 Euro, die nicht entscheidend sein sollten. Viel mehr sollte man sich zum Beispiel fragen, ob man eines der Teile auch allein tragen können möchte. Auch ist die Frage entscheidend, ob man nicht nur beim MTB-Fahren sondern auch beim Commuten vor unvorhergesehenen Schauern geschützt sein möchte. Hier spielt der Anzug seine Stärken aufgrund des einfachen Handlings aus. Zudem lässt sich unter diesem normale Kleidung  noch angenehmer tragen. Nichtsdestotrotz sind sowohl die MT500 Regenjacke und die MT500 Regenhose beides wertige Kleidungsstücke und können wertvolle Puzzleteile für dein perfektes Bike-Outfit sein.

MT500 Regenjacke – Specs & Features

  • Außergewöhnlich atmungsaktives ExoShell60™ 3-Lagen Gewebe mit wasserdicht versiegelten Nähten
  • Langlebige Schulterpartie mit Silikonapplikation und ergonomisch angeordneten Stretch-Panelen
  • Belüftung unter den Armen durch Zwei-Wege-Reißverschluss
  • Belüftungsverlängerung bis zum Rücken
  • Versteckte Innentasche und Ärmel-Tasche für Lift-Pass; Wasserabweisender VISLON® Reißverschluss mit Sturmlasche
  • Reflektorstreifen an Kapuze, Bund und am Rücken
  • Wasserdicht: 18.000 mm
  • Atmungsaktiv bis: 64.000 g/m²/24h

 

MT500 Regenhose – Specs & Features

  • Außergewöhnlich atmungsaktives ExoShell60™ 3-Lagen Gewebe mit wasserdicht versiegelten Nähten
  • Wasserdichte Stretch-Panele für mehr Beweglichkeit
  • Strapazierfähiges Material im Gesäßbereich
  • Seitliches Taschensystem mit Reißverschluss
  • Gürtelschlaufen und Reißverschluss mit Druckknopfverschluss
  • Langer, wasserabweisender Zwei-Wege-Reißverschluss an den Oberschenkeln zur Belüftung
  • Reflektierende Logos
  •  Kompatibel mit Clickfast-Innenhosen von Endura

 

Laurenz Utech
Ein Beitrag von: Laurenz Utech – HIBIKE Marketing

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