Beitragsbild Tune Spurtreu

Tune Spurtreu – Alles gerade oder was?…

Wer kennt das nicht: Ein schöner, sonniger Tag – perfekt zum Biken! Rauf auf´s Rad und ab in die Natur! Die Sonne strahlt, es ist angenehm warm und alles könnte super sein. Könnte…

Steht da etwa der Lenker schief?

Hmmm, sieht fast so aus. Oder ist das nur das Licht von der Seite? Ich glaube, der ist wirklich schief. Ich hab auch schon so ein Ziehen in der Schulter. Das kommt bestimmt vom schiefen Lenker. 😉  Wie kann das sein, bin ich doch schon etliche Male so gefahren. War der schon immer schief oder ist der Vorbau nicht ganz fest und er ist verdreht?

Unterwegs geht es in etwa so weiter: Schnell mal absteigen und mit „fachmännischem Auge“ prüfen. Einäugig rechts und links an der Vorbaukante vorbei gegen den Reifen gepeilt, erscheint der Vorbau gerade. Oder doch nicht? Nee, der ist schief! Also Minitool raus, Vorbauklemmschrauben leicht lockern und mit dem Rad zwischen den Beinen etwas nachjustieren. Passt das jetzt oder war das zu viel? Etwas wohl, also nochmal in die andere Richtung. Passt´s jetzt? Sieht gut aus. Vorbauschrauben wieder fest. Eigentlich sollte man das ja mit Drehmoment machen, aber wer hat den schon auf Tour dabei. Muss also mit „Gefühl“ gehen.
Kaum ist das Tool wieder in der Tasche verstaut geht es weiter mit der Tour. Endlich stört nichts mehr, der Vorbau ist wieder gerade und der Tag verspricht super zu werden! Doch ist er wirklich gerade? Eben sah es schon wieder schief aus! *grübel*… War das nur das Licht oder hab ich überkorrigiert? Ich werd´ wahnsinnig! Noch mal schauen…

Kennt ihr das? Genau deshalb bietet Tune das Spurtreu-Tool!

Ich bin mir sicher, so oder so ähnlich kennt das sicher nahezu jeder Radfahrer, für den sein Rad nicht nur ein Gebrauchsgegenstand ist. Ein, wenn auch nur leicht, schief eingestellter Vorbau kann einem da schnell mal das Wohlfühlniveau trüben und verhindern, dass man den Kopf schön frei bekommt.

Zum Glück vertreibt Tune das von Fahrradmechaniker Wolfgang Heer entwickelte Tool zur schnellen und exakten Einstellung des Geradeauslaufs. Passend hört das Teil auf den Namen „Spurtreu„.

Was ist das Tune Spurtreu für ein Tool? Und wie nutzt man es?

Die Idee ist eigentlich simpel: Eine gefräste Aluplatte wird auf das „T-Stück“ gesetzt, welches Lenker und Vorbau bilden und in der exakten Verlängerung des Vorbaus ist ein Laser angebracht. Mit dem Laser wird ein Punkt auf den Reifen projiziert, an dem man sich für die Justage des Vorbaus orientiert.
Der Laser des Spurtreu gehört zur Klasse 2M. Damit wird ein Lichtpunkt erzeugt, der ausreichend genau und rund ist, um sich daran zu orientieren. Ein Blick direkt in den durch 3 Knopfzellen gespeisten Laser sollte tunlichst vermieden werden, auch wenn kein sofortiger Schaden am Auge entstehen würde, wenn man nicht länger als eine Viertelsekunde direkt hinein schaut. Die Knopfzellen sind im Übrigen natürlich enthalten (1,5V LR44).

Aufsetzen, Einschalten, Ausrichten

Das Einschalten geschieht durch einen farblich markierten Schiebeschalter. Gegenüber der ersten Spurtreu-Version muss der Schalter nicht gehalten, sondern kann fest gestellt werden, was praktisch ist, weil man so beide Hände zur Arbeit am Rad frei hat.
Ebenfalls wurde gegenüber der Ursprungsversion die Sitzplatte verändert. Diese passt nun auch auf breite, kurze Vorbauten konventioneller Bauform. Der Sitz ist einwandfrei und durch das Eigengewicht des Tools sitzt die Platte von allein exakt und stabil auf. Man muss keine Angst haben, dass das Tool abstürzt, sondern kann sich in Ruhe der Justage des Vorbaus widmen.

Also Spurtreu aufsetzen, Laser anschalten, die seitlichen Vorbauklemmschrauben lockern und los geht’s.

Fällt der Punkt auf dem Reifen neben dessen optische Mitte (viele Reifen haben da auch ein Nahtstelle) dreht man so lange am Lenker, bis Punkt und Reifenmitte übereinstimmen. Da jedoch ein Laufrad einen Seitenschlag haben kann und auch Reifen selten 100% exakt gefertigt sind und leicht schief sitzen können, empfehle ich den Reifen stückweise weiter zu drehen und die gefundene Position an anderer Position zu überprüfen. Auch muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein kürzerer Vorbau die Justage erschwert. So macht bei einem 50 mm lange Vorbau eine Schrägstellung von 1° 0,9 mm aus, bei einem 120er Vorbau aber schon 2 mm. Entsprechend sieht man den Fehler beim langen Vorbau mehr als doppelt so deutlich.
Ist die richtige Position gefunden, werden die Vorbauschrauben wieder festgezogen und der nächsten, schönen Tour steht nichts im Wege. Denn selbst wenn durch Sonneneinfall etc. der Vorbau mal schief erscheint, kann man sich nach der Montage mit dem Spurtreu sicher sein, dass alles in Ordnung ist. Ein gutes Gefühl!

Für den Fall der Fälle, lässt sich der Laser des Spurtreu mit einfachen Hilfsmitteln übrigens auch neu kalibrieren. In der Regel wird das nicht nötig sein, wenn man pfleglich mit dem guten Stück umgeht, aber wer so penibel arbeitet, dass er vor der Justage erst sein Justiergerät justiert, hat auch diese Option. 😉

Fazit

Für mich ein absolut praktisches Gerät, dass mir eine (wenn auch kleine) Sorge abnimmt und mich ein wenig entspannter biken lässt. Ich bin froh, es in der heimischen Werkstatt zu haben und ratzfatz weiß ich, alles ist gerade ausgerichtet. Super!
Neben dem auf der Eurobike vorgestellten „Linientreu“ zum Einstellen der Schaltung würde ich mir noch ein ähnliches Tool zur Ausrichtung des Sattels wünschen. Wer hat nicht schon einäugig über die Sattelnase gepeilt und versucht, die Vorbauschraube „zu treffen“. Von vorn sah das dann wieder anders aus. Ist der jetzt gerade…

Daniel Gronert - Ladengeschäft Kronberg
Ein Beitrag von: Daniel Gronert – HIBIKE Ladengeschäft Kronberg im Taunus

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