Pi Dry im Test

Test: Pearl Izumi PI Dry™ – die neue wasserabweisende Technologie

Für Fahrspaß bei schlechtem und nassem Wetter ist das verwendete Material entscheidend. Es gibt nichts Schlimmeres als kalt und durchnässt auf dem Bike unterwegs zu sein. Eine mögliche Lösung für dieses Problem, soll die Pearl Izumi PI Dry™ Technologie bieten. Ob und wie gut diese funktioniert, habe ich für euch getestet.

Was genau bedeutet PI Dry™?

Zur Herbst-Winter-Radsaison hat die Marke PEARL iZUMi eine neue wasserabweisende Technologie vorgestellt: PI Dry™ ist eine dauerhafte, hydrophobe Behandlung für Strick- oder Webmaterial, die dafür sorgt, dass die Fasern Wasser abweisen, ohne dabei die Atmungsaktivität oder Haptik des Materials negativ zu beeinflussen. Bei anderen Herstellern wird oft das Webmaterial im Ganzen mit einer wasserabweisenden Beschichtung behandelt. Es liegt also eine wasserabweisende Schicht über dem eigentlichen Material. Wird diese Schicht brüchig, kann sich das Material mit Feuchtigkeit vollsaugen. Bei PI Dry™ hingegen wird jede einzelne Faser des Materials selbst behandelt.
So kann es auch beim Dehnen des Materials nicht zu Verletzungen in der Oberflächenbeschichtung kommen. Deshalb soll auch die Haltbarkeit beim Waschen deutlich höher sein. Laut den Herstellerangaben soll der Abperleffekt der PI Dry™ -Technologie selbst nach 100 Waschungen noch bei 90% liegen.

PEARL IZUMI bietet die PI Dry™-Technologie an seinen Armlingen, Knielingen, Beinlingen und Rad-Hosen an. Selbstverständlich gibt es PI Dry™ auch im Bereich der Damenbekleidung.

Zwei Pearl Izumi PI Dry™ Artikel im Test

Ich habe für Euch zwei Pearl Izumi Artikel genauer unter die Lupe genommen und auf Herz und Nieren getestet:

    • die P.R.O. Escape Thermo-Dreiviertel-Trägerhose und
    • die Elite Thermal Armlinge.

Der erste Eindruck der PRO Escape Thermal Hose

Die Trägerhose fühlt sich trotz Beschichtung sehr weich und angenehm an. Auch das Material lässt sich gut dehnen, was für eine gute Passform Grundvoraussetzung ist. Das Thermofleece in der Innenseite fühlt sich sehr komfortabel an und die Nähte wirken ordentlich verarbeitet. Die Beinabschlüsse bestehen aus sehr weichem Stretchmaterial mit Gelpolstern auf der Innenseite, welche die Hose sicher an ihrer Stelle halten und dabei nicht an der Wade einschneiden. Aus demselben, weichen Material sind auch die Träger gefertigt, welche die Hose perfekt und ohne an der Schulter einzuschneiden halten. Was außerdem sofort auffällt, sind die vielen, reflektierenden BioViz™-Elemente für gute Sichtbarkeit.

Pearl Izumi verwendet in der Escape Thermo Trägerhose das P.R.O. Escape 1:1™ Chamois Sitzpolster, das aus 3 Lagen gefertigt ist und über eine frei bewegliche Außenschicht verfügt. Diese sorgt für sehr guten Komfort. Beim ersten Anfassen fühlt sich das Polster sehr dick an. Hier war ich gespannt, wie es sich in der Praxis schlagen wird.

… und der Eindruck der Armlinge

Die Armlinge sind aus dem identischen Thermofleece Material gefertigt, wie die Trägerhose und fühlen sich angenehm an. Sie sind anatomisch zugeschnitten, auf den linken und rechten Arm. Hier gilt es die Seiten beim Anziehen nicht zu vertauschen. Ein weiches, breites Elastanbündchen am oberen Armabschluss soll mittels Silikonbeschichtung ein Verrutschen verhindern. Auch hier war ich sehr gespannt, ob das Konzept aufgehen würde, da es nichts Störenderes gibt, als verrutschende Armlinge.

Die Realität – Wasserabweisend oder nicht?

Sitz und Passform der Pearl Izumi Hose überzeugen mich, aber wie verhält es sich mit der Funktion – wasserabweisend oder nicht?
Nach 15 Waschungen und 700 km auf dem Rennrad, MTB und Crosser, bei teilweise sehr schlechter Witterung, kann ich ein eindeutiges Re­sü­mee geben: Die PI Dry™-Technologie hält was sie verspricht. Egal ob Hose oder Armlinge, der Abperleffekt funktioniert wirklich tadellos. Schritt, Oberschenkel, Po und Arme bleiben auch bei etwas stärkerem Nieselregen oder Schneefall über längere Zeit trocken, und das obwohl es sich bei den Produkten NICHT um ausgewiesene Regenbekleidung handelt. Bei stärker werdendem Regen oder sehr langen Ausfahrten kommt erst spät das Wasser durch. Ich habe die Hose auf den verschiedensten Touren angehabt und bin seit dem wirklich angetan. Selbst bei vierstündigen Ausfahrten bei bis zu -2° komme ich mit der Hose und zusätzlichen Beinlingen super zurecht. Sowohl die Hose als auch die Armline bestechen durch ihre sehr guten Klimaeigenschaften, gutes Tragegefühl und sehr gut funktionierende PI Dry™-Technologie. Ein besonderes Lob verdienen sich außerdem die sehr guten Träger der Dreiviertel-Trägerhose. Kein Zusammenrollen oder Einschneiden mehr – toll! Für uns Biker außerdem sehr wichtig ist das Sitzpolster, wie vorher schon beschrieben fühlt es sich sehr dick an. Beim Fahren punktet das Polster mit sehr hohem Sitzkomfort auf meinen Tune Komm-Vor Carbon Sätteln. Auch auf langen Strecken fühlt sich das Polster sehr gut an, wirft keine Falten und reibt nirgendwo. Die Armlinge haben noch nicht so viele Kilometer gesehen wie die Hose, da es für Armlinge doch etwas kalt ist im Moment (so ganz ohne Jacke). Dennoch lässt sich sagen, dass das, was für die Hose zutrifft auch für die Armlinge gilt: Sie sitzen perfekt und das ohne während der Fahrt zu verrutschen. Dies liegt nicht zuletzt auch an der korrekten Größenwahl, die mit Bedacht getroffen werden sollte.

Größe & Passform

Die Passform beider Produkte ist für eine wasserabweisende Beschichtung wirklich sensationell. Hose und Armlinge schmiegen sich sehr gut an den Körper an, werfen keine Falten und behindern auch keinerlei Bewegungen beim Pedalieren. Diese Bewegungsfreiheit ist wirklich viel wert und hat mich vollständig überzeugt. Ich bin 1,83 Meter groß und wiege zwischen 68-72 kg, je nach Saison. In allen Trägerhosen, wie zum Beispiel auch bei der Hibike Team-Bekleidung oder den Hosen der Marke Assos trage ich die Größe „M“. Auch bei PEARL iZUMI brauche ich eine „M“ in der Trägerhose, sie fällt also normal aus.
Die Armlinge trage ich eher etwas enger, da ich Rutschen absolut vermeiden will. Oberkörper und Arme sind bei mir schmaler. Die Armlinge trage ich demnach in der Größe „S/M“, wie auch bei den Armlingen anderer Hersteller. Die Armlinge fallen also auch normal aus.

Wie Pflege ich Produkte mit PI Dry™-Technologie?

Am Besten wäscht man Produkte mit der PI Dry™-Technologie im Schonwaschgang (max. 40 Grad) mit Flüssigwaschmittel. Ich nutze beispielsweise das Holmenkol Textile Wash Spezialwaschmittel. Neuere Waschmaschinen bieten außerdem Programme für Sportwäsche, die extra schonend arbeiten und die Sportwäsche anschließend gut klarspülen. Pulverwaschmittel, Bleichmittel oder gar Weichspüler sollten auf keinen Fall verwendet werden! Wenn ihr einen Wäschetrockner verwendet bitte die Bekleidung langsam und mit wenig Hitze trocknen.

Fazit zu Pearl Izumi PI Dry™

Ich habe die PRO Escape Thermal 3/4 Tight sowie die Elite Thermal Arm Warmer auf die Probe gestellt, die beide mit der PI Dry™-Technologie punkten. Und ja, die Technologie hält alles was sie verspricht! Das Material bringt wirklich eine einmalige Funktion mit sich. Natürlich ist Bekleidung auch immer sehr Fahrertyp abhängig, was Passform etc. angeht. Von mir gibt es allerdings einen klaren Kauftipp! Sehr gut verarbeitet, perfekte Passform – was will man mehr?

Das offizielle Pi Dry™ Video:

Aaron Hoffmann
Ein Beitrag von: Aaron Hoffmann – HIBIKE Ladengeschäft Kronberg im Taunus

3 thoughts on “Test: Pearl Izumi PI Dry™ – die neue wasserabweisende Technologie

  1. Also kann man die Hose wirklich bei leichten Regenschauern empfehlen? Klar, wasserdicht kann das Material wohl nicht sein, aber wenn dieses ‚ich habe gerade in die Windeln gemacht‘-Gefühl auf den ersten Metern auf regenasser Fahrbahn ausbleiben sollte (oder nur abgeschwächt auftritt), dann könnte diese Hose wirklich einen Versuch wert sein. Dass man bei einem richtigen Regenschauer irgendwann doch durchnässt sein wird, versteht sich glaube ich von selbst 🙂
    Werde ich mir mal anschauen, klingt auf jeden Fall interessant.

    1. Hallo Ralph, vielleicht legst du dir einfach noch einen Ass-Saver zu (Ritze von Riesel Designs, korrekt schreibt es sich „rit:ze“)… Damit bleibt der Allerwerteste dann sehr lange trocken 🙂
      Ich verlinke sie dir hier
      Sportliche Grüße!

      1. Servus Aaron,
        Danke für den Tipp. Am Alltagsrenner fahre ich mit Schutzblechen, das passt dann. Die ‚richtigen‘ Rennräder möchte ich mir aber mit solchen Dingern nicht ‚verschandeln‘, dann lieber einen nassen Hintern in Kauf nehmen 🙂 Wenn es gleich zu Beginn regnet oder stark nach Regen ausschaut, habe ich eine wasserdichte kurze Hose von VauDe dabei, die sich klein zusammenpacken lässt. Das passt dann. Es geht mir also wirklich nur um den speziellen Fall, dass man unterwegs von einem Regenschauer überrascht wird (was ja nicht so oft vorkommt)
        Wie auch immer, werde nächste Woche mal wieder bei Euch in Kronberg reinschauen, vielleicht wird es ja eine Pearl Izumi PI Dry, die ich mir nachträglich von meiner Frau zum Geburtstag schenken lasse 🙂
        LG
        PS: habe mir gerade mal den Mudguard angesehen. So sehr stören die ja gar nicht das Erscheinungsbild. Hatte die Dinger anders in Erinnerung,
        Wie auch immer, ich schau mir das mal vor Ort live an 🙂

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