Test: Crank Brothers Stamp Pedale – Danny MacAskill

Da meine alten Pedale nach ca. 1,5 Jahren voller Misshandlungen langsam aber sicher ihrem Ende entgegen gehen, freue ich mich umso mehr, die Crank Brothers Stamp 3 Pedale zum Test zu bekommen. Meine Testpedale kommen in der Danny MacAskill Edition. Der Pedalkörper ist aus 6061-T6 Aluminum und in RAW. Wie sie sich in Aktion schlagen, habe ich im Praxistest herausgefunden.

Pedale spielen bei vielen eine recht untergeordnete Rolle. Mir sind sie allerdings sehr wichtig, weil sie – zusammen mit Griffen und dem Sattel – die direkten Kontaktpunkte zum Fahrrad bilden. Den Überblick über das Pedalangebot zu behalten, ist bei der großen Auswahl allerdings nicht immer einfach und bei einer Preisspanne von ca. 30 – 300 € auch nicht immer logisch. Was macht also ein Pedal aus, das ich mir an mein Bike schraube?
Weil ich beim Enduro fahren nicht immer jede Linie sauber treffe und meine Pedale des Öfteren mit ungewolltem Steinkontakt zu kämpfen haben, sollte bei meinen Pedalen das Preis-Leistungs-Verhältnis passen. Also ein Pedal was vernünftig gelagert ist, ausreichend Grip bietet und eine möglichst flache Bauform hat. Das Ganze für maximal 120 € bei moderatem Gewicht und langer Lebensdauer. Ob die Stamp 3 Pedale diesen Anforderungen gerecht werden, erfährst du in den folgenden Zeilen.

Stamp Pedal in 2 Größen

Die erste Besonderheit bei den Crank Brothers Stamp Pedalen ist die Wahlmöglichkeit zwischen 2 Größen

  • Small: 100mm x 100mm
  • und Large: 114mm x 111mm

Mit einer Schuhgröße von 43 liege ich genau zwischen den beiden Pedalgrößen und entscheide mich für Large.

 

In der Hand

Das Pedal kommt wie schon gesagt in Raw mit ein paar schwarzen DM-Aufdrucken, um zu zeigen, dass es sich um Danny´s Pedal handelt. Der Vorteil von RAW ist, dass man Kratzer und Schrammen nicht so schnell erkennt und das Pedal einfach länger frisch aussieht. In der Verpackung befindet sich neben einem Aufkleber auch eine ausführliche Montageanleitung und wer im Besitz eines 8er Innensechskantschlüssels ist, kann die Pedale mit etwas Fett auch problemlos montieren. Beim Stamp 3 wird auf eine „Forged scm 435 chromoly steel Achse“ gesetzt, die innen mit einem „Igus LL-glide Bearing“ gelagert ist. Außen kommt ein Enduro Cartridge Bearing zum Einsatz. Das Ganze ist sauber abgedichtet. Also eigentlich so wie es sein soll, innen Gleitlager und außen Industrielager. Diese Kombination hat sich bei mir, in der Praxis schon oft als haltbar entpuppt. Nur bei ausschließlich mit Gleitlagern bestückten Pedalen hatte ich in der Vergangenheit Probleme mit der Haltbarkeit.

Zehn Madenschrauben sollen für ausreichend Grip sorgen. Ich bin eigentlich kein Freund von Madenschrauben, weil sie sich bei Steinkontakt gerne mal direkt am Pedalkörper abscheren und man eigentlich keine Chance hat einen neuen Pin einzusetzen. Hier sind mir durchgeschraubte Pins deutlich lieber. Ob sie trotzdem halten zeigt der spätere Praxistest.
Mit gemessenen 17mm Bauhöhe zählt das Stamp 3 nicht grad zu den flachsten Pedalen, liegt aber noch im Rahmen. Meine Waage zeigt mir 464g an, was für meine Begriffe zum Enduro fahren schon etwas viel ist. Der Wert liegt allerdings in der Nähe von der Herstellerangabe mit 455g (Large).

Wer bei den letzten beiden Punkten Abhilfe schaffen will, sollte sich mal das Stamp 7 näher anschauen, was mit einer Bauhöhe von 12,5cm deutlich flacher baut und mit angegebenen 375g in Large auch deutlich leichter ist.

Aber was bringt die Theorie ohne Test? Nix!

Also ab auf den Trail

Schon auf den ersten Metern fällt mir die gigantische Größe der Pedale auf „Kxxxe sind die groß!“ Ich glaube ich habe noch nie auf so großen Pedalen gestanden. Wer sich also schon immer ein großes Pedal zu moderatem Preis gewünscht hat, wird bei dem Stamp mit Sicherheit fündig. Mir sind sie mit Schuhgröße 43 und 5.10 Freerider Contact allerdings schon etwas zu groß. Ich schaffe es fast nicht alle Pins mit meinem Schuh zu treffen und auch auf dem Trail neige ich dazu mit dem Pedal immer mal anzuecken, weil ich einfach nicht gewohnt bin, das ein Pedal übersteht. Wer also wie ich zwischen den beiden Größen liegt, sollte seine alten Pedale nochmal messen und überlegen, ob nicht auch die Small-Variante ausreicht, die mit 100mm x 100mm schon ganz ordentlich ausfällt.

Auch wenn CB sie bis 43 empfiehlt,… Mein Rat: Large ab Schuhgröße 45.

Wie stehts um die Stamp 3 nach Enduro-Runden, Winter & Finale Ligure?

Aber egal für welche Größe ihr euch letztendlich entscheidet, belohnt euch das Stamp 3 mit ausgezeichnetem Grip.

Die Pedale haben bei mir bereits einige Enduro-Runden – auch noch bei Eis und Schnee – hinter sich gebracht, was nicht besonders aussagekräftig ist. Allerdings haben sie jetzt auch schon Finale Ligure weitgehend unbeschadet überstanden. Wer schon mal in Finale war, weiß, dass die Trails in Ligurien, insbesondere bei schlechtem Wetter, ziemlich am Material nagen 😉 . Nach dem Urlaub musste ich meinen Hinterbau komplett neu lagern und der Rahmen weist teilweise blankes Alu auf – wo eigentlich Lack sein sollte. Wir hatten also eine Woche Regen, Sand und Schlamm, was normalerweise alle Lager killt.

Aber…  Die Stamp 3 laufen immer noch butterweich und spielfrei. Auch die zahlreichen Steinkontakte konnten den Pedalen außer Schrammen nichts anhaben. Entgegengesetzt meiner Befürchtung habe ich auch keine Pins abgerissen. Hier kann ich allerdings nicht sicher sagen, ob ich mit den Pins auch Steine getroffen habe.

Fazit

Crank Brothers hat mit dem Stamp 3 ein grundsolides Pedal auf den Markt gebracht. Durch die Auswahlmöglichkeit zwischen 2 Größen sollte jeder das Passende für seine Füße finden. Nach meiner Testzeit laufen die Lager noch geschmeidig und ich habe keine Pins verloren.
Aber das Pedal ist mittlerweile nicht mehr auf meinem Rad. Das liegt nicht daran, dass es was zu meckern gibt, sondern vielmehr daran, dass ich mich mit Schuhgroße 43 und der „mehr ist mehr“ Einstellung einfach verschätzt habe. Mir persönlich ist der Pedalkörper einfach zu groß. Ich wechsel nun… Könnt ihr euch denken was es wird?
Ja, das Stamp 3 hat einen guten Eindruck hinterlassen, weswegen das Stamp 7, diesmal aber in Small, durch die geringere Bauhöhe und deutlich weniger Gewicht ganz oben auf meiner Pedalwunschliste steht 🙂 .

Also je nach Einsatzbereich, Schuhgröße und Vorlieben gibt es mit der Stamp Reihe vernünftige Pedale zum angemessenen Preis.

Pro:

  • Größenauswahl Small & Large
  • Lagerung
  • Grip
  • Preis

Contra:

  • Madenschrauben und keine Durchschraubbaren

Andreas Rumpf
Ein Beitrag von: Andreas Rumpf – HIBIKE Ladengeschäft Kronberg im Taunus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.