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Test: Sigma Rox 12.0 – Das neue GPS-Flagship aus dem Hause Sigma

Mit dem neuen Rox 12.0 bringt Sigma ein GPS-Fahrradcomputer in edlem Design und mit großem Funktionsumfang auf den Markt. Die deutsche Firma, mit Sitz in der Pfalz, will damit den anderen Flaggschiffen auf dem Markt auf die Pelle rücken. Was das GPS-Gerät zu leisten im Stande ist, konnten wir noch vor der offiziellen Neuveröffentlichung in einem exklusiven Praxistest erproben – aufregender geht es kaum!

First Look

Nachdem ich das streng geheime Testprodukt sicher nach Hause überführt hatte, ging’s sofort ans Auspacken. Da es sich um einen exklusiven Vorab-Test handelt, kam der Rox 12.0 nicht in einer verkaufsfertigen Verpackung sondern in einer schlichten, Sigma gebrandeten, schwarzen Tasche. Trotz der „fehlenden“ Verpackung löste der Moment des Öffnens die pure Freude in mir aus – ich muss ausgesehen haben wie ein Kind, das soeben das erste Smartphone geschenkt bekommen hat. Und in der Tat ähnelt das Sigma in der Optik einem Smartphone: Zum Vorschein kam ein großes – größer als ich es erwartet hätte – jedoch schlankes Gerät mit großem Display, drei Knöpfen und insgesamt edlem Look. Der Rox 12.0 liegt gut und für die Größe leicht in der Hand mit seinen 125g. Das Gerät wirkt wertig und verfügt außerdem über drei weitere Knöpfe an den Gerätseiten. Die Hardware-Informationen auf der Rückseite verraten bereits einiges über den Funktionsumfang des Radcomputers – ich bin gespannt und muss es unbedingt sofort anschalten.

Erste Inbetriebnahme – getting started

Beim ersten Einschalten des Sigma Rox 12.0 kommt wieder Smartphone-Feeling auf: Intuitiv gleitet mein Daumen über das Touch-Display und befolgt die Anweisungen zum Einrichten des Geräts. Über die Home-Taste gelange ich dabei jederzeit zurück zum Startmenü. Mit Hardware-Tasten unterhalb und seitlich des Displays ist die Bedienung auch ohne Nutzung des Touchscreens oder mit Handschuhen problemlos möglich.

Wi-Fi statt Bluetooth, kostenlose Sigma LINK APP & Sigma Cloud
Anders als bei vielen der gängigen GPS-Geräte auf dem Markt funktioniert die Verbindung des Rox 12.0 mit dem Smartphone völlig Bluetooth-frei. Stattdessen kommuniziert der Rox 12.0 ausschließlich via Wi-Fi und mittels der Sigma eigenen App „Sigma Link“ mit Smartphone, PC & Co. Dies soll mehr Geschwindigkeit beim Übertragen von Daten und eine bessere automatische Synchronisation mit den einschlägigen Web-Portalen ermöglichen, aber dazu später mehr.

Nachdem ich mich also mit dem heimischen Wlan verbunden habe, kann es mit der Einrichtung weiter gehen. Dies verläuft weiterhin intuitiv und ohne Probleme. Über ein browserähnliches Fenster kann ich mich in meine Accounts bei Strava und Komoot einloggen. Um über Sigma Link auf den Rox 12.0 zugreifen zu können bzw. eine Synchronisation der Daten und Einstellungen des Gerätes zu gewährleisten, muss ich mich außerdem noch bei der Sigma Cloud anmelden. Diese ist für Besitzer des Sigma Rox 12.0 kostenlos und bietet die Möglichkeit 5000 Datensätze zu speichern.

Nachdem ich mich kurz durch den Rox und die Sigma Link App geswiped habe, bin ich gleich begeistert von der Synchronität von App und Gerät. Ich kann in der App und auf dem Gerät gleichermaßen Einstellungen, wie das Anlegen von benutzerdefinierten Sportprofilen, vornehmen und nach der nächsten automatischen oder händisch initiierten Daten Synchronisation stehen mir die neuen Einstellungen an beiden Stellen zur Verfügung. Selbiges gilt natürlich auch für aufgezeichnete Fahrten und deren Auswertung.
Die Sportprofile stellen das Herzstück des Rox dar und legen die Grundlage für fast alle Funktionen des Radcomputers. Hier wird festgelegt mit welchem Rad welches Radumfangs, Gewichts etc. welche bevorzugten Wege gefahren werden usw. Hieraus bedient sich dann später die Navigation beim Erstellen der Route und die Auswertung der aufgezeichneten Daten kann entsprechend präzise vorgenommen werden. Ebenfalls über die App oder direkt im Gerät individuell konfigurierbar sind die Trainingsansichten des ROX 12.0. Sie sollen maximale Flexibilität bieten. Bis zu sechs Screens sind frei definierbar. Pro Seite können 1-10 Werte gleichzeitig angezeigt werden. Je nachdem wie viele ich auswähle, bekomme ich unterschiedliche Vorschläge zum Layout – das zeugt von einer großen Individualisierbarkeit, die zu Anfang erst mal ein wenig erschlagend sein kann. Ich wähle zuerst ein Sportprofil, welches nur leicht abgewandelt ist von dem MTB-Preset und belasse es auch bei den Trainigsansichten im Großen und Ganzen bei den Standardeinstellungen, um in meinen vierwöchigen Praxistest zu starten.

Spezifikationen des Sigma Rox 12.0

  • Größe: 59 x 115 x 17mm
  • Display: 3″, transflektiv
  • Gewicht: 125 g
  • Akkulaufzeit: bis zu 16 Sunden
  • Speicher: 8 GB, erweiterbar mit 128 GB MicroSD Karte
  • Konnektivität: WiFi, GPS, GLONASS, ANT+, Micro USB
  • Apps: Sigma Cloud, Sigma Link App, Data Center, Strava, Komoot, GPSies,
  • TrainingPeaks
  • Preis: 399 € (Basic), 479 € (Bundle)

Lieferumfang

Wenn man den Sigma Rox 12.0 erwirbt, hat man die Wahl zwischen zwei „Paketen“:
Zum einen gibt es das Basic-Paket, welches neben dem Rox zwei verschiedene Halterungen, ein USB-Kabel und eine Schnellstartanleitung enthält.
Wer den vollen Funktionsumfang des Rox nutzen möchte, sollte sich gleich das ganze Set zulegen. Dieses enthält zusätzlich einen R1 DUO Comfortex+ Herzfrquenzsender inkl. Textilbrustgurt sowie einen R2 DUO Combo-Sender inkl. Power- und Trittfrequenz Magnet. Mit jedem Rox 12.0 kommt bereits OSM-Kartenmaterial für ganz Europa vorinstalliert. Weitere Regionen weltweit können heruntergeladen werden und sind für Rox-Besitzer kostenlos.

Montage

Da ich den Rox an meinem Trailbike getestet habe, entschied ich mich für die Anbringung auf dem Vorbau. Sicherlich mag vor allem für Rennradfahrer eine Art der Anbringung sinnvoller sein, welche den Rox weiter vorn und somit mehr im Sichtfeld des Fahrers platziert. Mir war jedoch vor allem wichtig, das große Gerät möglichst geschützt und zentral am Cockpit unterzubringen. Dass ich meinen Kopf somit stärker beugen muss, um einen Blick aufs Display zu werfen, nehme ich billigend in Kauf. Die mitgelieferte Sigma-Halterung die ich dafür verwende, lässt sich leider nur mit Kabelbindern befestigen, was optisch nicht die cleanste Variante ist. Wer hier nachrüsten möchte kann das jedoch ungehindert bei den vielen Anbietern für GPS-Halterungen tun, da der Rox 12.0 beispielsweise mit allen Garmin-Halterungen kompatibel ist.

Sigma Rox im Einsatz:
GPS-Tracking

Als bekennender Strava-Junkie kommt die Tracking-Funktion eines GPS-Geräts für mich stets an erster Stelle. Hier ist die Konnektivität des Rox 12.0 zu den unterstützten Apps und Web-Portalen als großes Plus zu bewerten. Sobald ich mich mit dem Rox einmal per WiFi in meinen Strava-Account eingeloggt hatte, synchronisierte dieser automatisch jeden meiner Rides, sobald sich das Gerät in einem bekannten Wlan befand. Die Übertragung hierbei passiert innerhalb von Sekunden und völlig ohne Zutun des Benutzers – ein großer Pluspunkt gegenüber Geräten, die via Bluetooth mit Apps/Trainingsportalen kommunizieren.
Während der Fahrt liefert der Rox die totale Überwachung. Durch die individualisierbaren Trainingsansichten habe ich immer alle mir wichtigen Daten im Blick, von der aktuellen Höhe über die gefahrenen Tiefenmeter, bis hin zur Außentemperatur. Um eine detaillierte Auswertung der aufgezeichneten GPS-/Herzfrequenz- und Power-Daten ansehen zu können, muss ich jedoch gar nicht erst auf das präferierte Trainingsportal oder in die Link App gehen, sondern kann dies direkt am Gerät tun. Die Daten werden hier sogar zusätzlich noch in grafischer Form aufbereitet – sehr cool! Wer eine noch tiefergehende Statistik seiner Leistungen analysieren möchte, der hat die Möglichkeit dies im Sigma Data Center, einer Desktop-only Software zu tun.

Navigation

Die Navigationsfunktion des Rox 12.0 bietet eine große Bandbreite an möglichen Optionen: Ich kann mich per Adresseingabe, Eingabe der Koordinaten, der Suche nach einem „Point of Interest“ oder einfach eines frei gewählten Punktes auf der Karte an dein Ziel navigieren. On the fly können Zwischenziele zu einer bestehenden Route hinzugefügt und gesetzte Wegpunkte während der Tour auch übersprungen werden. Beim Erstellen einer Route wurden mir jeweils drei Optionen zur Auswahl gegeben: leichteste, empfohlene und kürzeste Route. Ich entschied mich hier fast immer für die kürzeste Route, da ich diese Funktion hauptsächlich dann nutzte, wenn ich mich verfranzt hatte. Erstellt wird die Route dann in nur wenigen Sekunden, hier kommt der offensichtlich starke Prozessor des Rox 12.0 zum Tragen. Von welcher Beschaffenheit die Wege der Route sind (Straßen, Radwege, unbefestigte Wege) wird zuvor im Sportprofil definiert. Ein wirklich außergewöhnliches Feature ist die „Draw my Route“-Funktion. Hier erstellt der ROX 12.0 aus einer per Hand gezeichneten Linie auf der Karte die passende Route. Der dabei entstandene Track kann gespeichert oder direkt gestartet werden. Eine spannende Funktion mit Überraschungscharakter!

Routenführung über einen Track

Während für Roadbiker die Navigation über im Vorhinein erstellte Routen sicher ein sehr wichtiges Feature ist, war und ist für mich die Routenführung über abgespeicherte Touren bzw. GPX-Tracks viel wichtiger. Denn, nur so findet man die wirklichen Trail-Schmankerl da draußen. Um einen Track auf das Gerät zu laden, verfügt der Rox über vielfältige Optionen. Von der klassischen Übertragung per USB, über den Import in der Data Center-Software oder direkt im GPS-Portal Gpsies oder Komoot.

Für meinen Test habe ich mir zum einen GPX-Tracks von Freunden direkt per USB auf das Gerät gespielt und zum anderen in meinem Komoot-Umfeld Tracks erkundet. Die Routenführung hierbei ist audiovisuell, d.h. zu jeder Anweisung ertönen Warnsignale, sodass man keine Abzweigung verpasst. Um die Anweisung auf dem Display jedoch erkennen zu können und richtig zu deuten, braucht es manchmal etwas Zeit, aufgrund der hohen Detailtiefe der Darstellung. Diese kann allerdings bei Erkundungsfahrten, bei denen häufig die Karte abgesucht werden muss, wieder sehr hilfreich sein. Vor der ersten Navigation über den Rox ist es außerdem sehr wichtig die Kompass-Kalibrierung durchzuführen, da die Drehung der Karte sonst nicht einwandfrei funktioniert. Besonders positiv zum Thema Navigation zu erwähnen ist noch das schnelle Rerouting. Wenn man sich einmal vom gespeicherten Track oder der geplanten Route entfernt, benötigt der Rox nur eine kurze Reaktionszeit, um die Route neu zu berechnen. Das mindert den Ärger und spart Zeit und vor allem Nerven.

Key-Features des Sigma Rox 12.0

  • Unterschiedliche Routing-Optionen
  • Detailliertes OSM-Kartenmaterial
  • Europakarten vorinstalliert
  • Karten weltweit kostenlos zum Download
  • 30 Trainingsansichten
  • Strava Live Segmente (bei Premium-Mitgliedschaft)
  • Workouts am Gerät erstellen
  • Erweiterte Power-Funktionen (TSS®, NP®, IF®)
  • Kompatibel mit Di2 & eTap
  • Kompatibel mit Rotor 2INpower (OCA, OCP)
  • WiFi Schnittstelle für schnelle Datenübertragung
  • Synchronisierung der Trainingsdaten zu Data Center und Sigma Link App via Sigma Cloud
  • Schnelles Prozessgeschwindigkeit und intuitives Menu
  • Weitere farbige Schalen zum Wechseln als optionales Zubehör – jeweils drei farbige Tasten-Sets zu jeder farbigen Schale

 

Den Rox 12.0 habe ich, außer auf großen Abenteuer-Rides an den Wochenenden, auch auf dem Weg zur Arbeit getestet. Wie solche Testsessions ausgesehen haben, veranschaulicht dieses Video:

Fazit zum neuen Sigma Rox 12.0

Nach vier Wochen Praxistest, 390 Trail-Kilometern und 9340 Höhenmetern ziehe ich ein rundum positives Fazit zum neuen Rox 12.0. Anfängliche Zweifel, ob das große, edle Gerät auch für den dreckigen und ruppigen Einsatz auf dem Trail geeignet sein wird, hat der Rox schnell beiseite geräumt. Durch seine hohe Konfigurierbarkeit, seine wertige und robuste Verarbeitung und das reibungslos funktionierende WiFi -Konnektivitäts-Konzept. Die Kombination von intuitiver Bedienung, vielschichtiger Datenaufzeichnung und -analyse sowie großer Funktionsvielfalt begeistert und überrascht mich bis heute. Gerade für Fahrer, die auf verschiedenen Rädern, in vielen Disziplinen unterwegs sind, ist der Rox 12.0 mit seinen individualisierbaren Sportprofilen und den diversen Anbringungsmöglichkeiten ein perfekter Begleiter. Mit seinem Basic-Preis drückt er das Preisniveau im Bereich der GPS-Flagships außerdem unter die 400er Marke und ist somit gerade auch für Einsteiger in das professionelle GPS-Segment besonders interessant.

Mehr Bilder:

Laurenz Utech
Ein Beitrag von: Laurenz Utech – HIBIKE Marketing

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