Im Test: Loose Riders C/S Goggle – Wie gut ist der Award-Winner wirklich?

Loose Riders ist in erster Linie bekannt für flippige Klamotten, im letzten Jahr hat die junge Marke aber vor allem durch ihre erste Goggle auf sich aufmerksam machen können. Was die bereits preisgekrönte Goggle wirklich drauf hat, hat Andi für euch nun getestet.

Die Zeiten, in denen Goggles nur an Fullface Helmen zu finden waren, sind lange vorbei. Immer mehr Biker nutzen Goggles zum Enduro oder Allmountain fahren auch am „normalen“ Radhelm um einfach besseren Schutz, weniger Fahrtwind und mehr Durchblick zu haben. Im Bikepark, oder wenn ich mit dem Fullface Helm unterwegs bin, trage ich normalerweise auch eine Goggle. Allerdings bin ich beim Endurofahren oder bei anstrengenden Rennen wo viel pedaliert werden muss (z.B. Megavalanche) fast ausschließlich mit klassischen Radbrillen unterwegs. Der Hauptgrund dafür ist in erster Linie das Problem mit beschlagenden Scheiben und die etwas eingeschränkte Belüftung. Aber zumindest beim ersten Punkt sollte die Loose Riders C/S Goggle Abhilfe schaffen. Geworben wird hier nämlich mit der weltbesten Anti-Fog Linse die 4x besser gegen Beschlagen helfen soll und Doppelglasscheiben somit überflüssig macht. Dass das nicht einfach aus der Luft gegriffen sein kann, wird mit dem ersten Platz beim ISPO Award 2017/2018 untermauert. Ich bin gespannt ob sie das Versprechen halten kann. Neben den Scheiben hat sie noch ein paar andere Extras, die sie deutlich von anderen Goggles abhebt. Dazu aber später mehr.

Unboxing der Loose Riders C/S Goggle

Die Goggle kommt in einer einfachen Pappschachtel. In ihr befindet sich die Goggle mit aufgestecktem Nasenschutz und Silver/Smoke Mirror Scheibe. Zusätzlich bekommt man noch eine klare Scheibe, einen Mikrofaser-Aufbewahrungsbeutel, Loose Riders & X-Force Sticker und Tear Offs dazu. Vom Lieferumfang her gibt es also schon mal nichts zu meckern. Neben der klaren und der silber verspiegelten Scheibe ist noch eine orangefarbene, ebenfalls verspiegelte, Variante für die heißen Tage optional erhältlich.

In der Hand

Die Auflagefläche der Goggle ist aus zwei Schichten Schaumstoff und einer Schicht Flies gearbeitet was für den nötigen Tragekomfort sorgen sollte. An den äußeren Enden hat sie jeweils eine Vertiefung, was das tragen einer Gleitsichtbrille unter der Goggle ermöglichen könnte. Hier kommt es allerdings noch auf einen Versuch an, daich nirgends Informationen dazu finden konnte ob das so gedacht ist. Außerdem ist mir noch aufgefallen das die Rahmenbelüftung nicht aus Schaumstoff ist sondern mit einem Netzstoff bezogen ist. Das sollte die Lebensdauer der Goggle deutlich erhöhen. Zumindest habe ich in der Vergangenheit schon öfter mit bröselndem oder nicht mehr vorhandenem Schaumstoff an der Stelle zu tun gehabt. Alles verpackt in einem schicken Frameless Design – das ist aber noch nicht alles!

Die Google hat noch ein echte Besonderheit, die das Herz aller Style-Fetischisten höher schlagen lassen sollte: Die Straps sind nicht nur Silikongummiert, was für den nötigen Halt sorgen sollte, sondern auch austauschbar und in vielen verschiedenen Styles und Farben erhältlich. Ausserdem kann man sich die Goggle je nach Lust und Laune passend zum Trikot oder Wetter gestalten.

 

Passform & Sitz der C/S Goggle

Bei der ersten Anprobe gibt es weder mit meinem Specialized Dissident noch mit meinem Giro Chronicle Probleme. Die Goggle passt sich gut an die Helme an. Sie sitzt sehr angenehm und bietet ein breites Blickfeld. Keine Anzeichen von verzerren.

Bleibt also nur noch eins: Rein in die Bike Klamotten und ab auf die matschigen Trails! Bei ca. 5°C und Regen am Vortag können die Anti-Fog Linsen auch gleich mal zeigen, ob sie halten was sie versprechen.

Die Loose Riders C/S Goggle im Einsatz

Los geht es also. Wegen zusätzlichem Nebel entscheide ich mich für die klaren Gläser. Als erstes liegt ein Uphill vor mir, bei dem ich die Goggle bewusst auflasse um zu sehen ob sie durch schwitzen von innen beschlägt. Fehlanzeige: Die Scheiben bleiben Glasklar! Um ein Beschlagen von außen herbeizuführen versuche ich gezielt nach oben zu atmen. Weil es kalt genug ist das ich meinen Atem sehen kann weiß ich auch, dass das gelingt. Aber auch das kann den Scheiben kein beschlagen entlocken. Nach ca. 7 km setze ich die Goggle ab, weil es langsam schwitzig unterm Schaumstoff wird. Jedoch immer noch mit klarer Sicht.

Oben angekommen herrscht noch dicker Nebel und auf den Klamotten bildet sich Raureif. Ein paar vereinzelte Schneereste sind zu sehen. Also eigentlich beste Bedingungen zum Beschlagen – aber die Google meistert einen Trail nach dem anderen beschlagfrei.

Beschlagfrei bei extremsten Bedingungen

Weil ich aber nicht mit einer beschlagfreien Goggle nach Hause fahren will schnalle ich sie mir beim nächsten Uphill auf das mit Raureif bezogene Buff Tuch. Und damit hab ich sie dann auch: oben angekommen ist die Goggle endlich von innen beschlagen. Ha! Wahrscheinlich hätte aber meine Snowboard Goggle mit Doppelglasscheiben diesen, zugegeben sehr hinterlistigen, Test auch nicht bestanden.

Bei weiteren Testfahrten herrschten nahezu gleiche Bedingungen und der diesmal sehr knapp bemessene Test-Zeitrahmen lässt noch keine Schlüsse auf die Langlebigkeit der Scheiben zu. Deswegen werde ich die Goggle im Januar mit zum Härtetest in den Skiurlaub nehmen. Wenn sie die Zweckentfremdung auch überstanden hat, werde ich nochmal kurz berichten.

Nutzung im Schnee

Nachdem die Scheiben der Loose Riders Google in ihrem angedachten Einsatzbereich, dem MTB Sport, voll und ganz überzeugen konnte, wollte ich die Sache nochmal genau wissen und habe sie im Januar mit in den Skiurlaub genommen. Dort fanden wir beste Bedingungen vor um die Einfachgläser der Loose Rider Goggle in die Knie zu zwingen und ihnen endlich ein sattes beschlagen zu entlocken. Aber Fehlanzeige! Die Gläser beschlagen mir während der Kompletten Woche nur, wenn ich aus der eisigen Kälte in die Skihütte reingehe und selbst dabei sind sie blitzschnell wieder abgetrocknet bis man wieder raus in die Kälte geht.

Die Scheiben funktionieren selbst beim Ski bzw. Snowboardfahren in einem Einsatzbereich, für den sie nicht gedacht sind besser, als manch Skibrille. Das Ganze bei sehr guter Sicht, trotz Nebel und Schneefall.

Fazit

Alles in allem kann man sagen, dass sich die Goggle in Bezug auf beschlagende Scheiben deutlich besser schlägt als all meine anderen Fahrrad-Goggles. Das ganze wird von einem sehr großen und klaren Blickfeld abgerundet. Die Schaumstoffauflage ist sehr angenehm zu tragen und drückt meine Nase nicht zu. Üppiger Lieferumfang und ordentliche Verarbeitung runden das gelungene Gesamtbild ab. Einzigartig wird sie durch die austauschbaren Straps, die die Google nicht nur sicher an ihrem Platz halten sondern auch jedem die Möglichkeit geben sich die Goggle nach Lust und Laune zu pimpen.

 

Andreas Rumpf
Ein Beitrag von: Andreas Rumpf – HIBIKE Ladengeschäft Kronberg im Taunus

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