Dirtlej DirtSuit

Langzeittest: Dirtlej DirtSuit Core Edition

Nun wird es wieder kalt und nass. Der Gedanke an durchweichte, klebrige und dreckige Bikeklamotten am Körper lässt jeder Biker erschaudern. Muss das sein!?  – Nein! Die Dirtsuits von Dirtlej versprechen trockene und warme Touren, auch im Winter. Doch wie sieht es mit der Haltbarkeit der Einteiler aus? Und halten sie auch auf Dauer dicht? Steffi und Marcel haben die stylischen DirtSuits nun fast ein ganzes Jahr getestet und auf die Probe gestellt.

Im Test hatten wir den DirtSuit Core Edition, den es auch im speziellen Ladies Cut gibt. Die Herren-Variante ist braun mit orangenen Details und die Ladies-Variante leuchtend blau mit gelben und pinken Details. Der Anzug verspricht, Matsch und Feuchtigkeit zuverlässig draußen zu halten, dabei noch atmungsaktiv zu bleiben und mit einem robusten Material daherzukommen.

Zu den Testpersonen

Steffi: 168 cm / 59 kg – hat die Ladies-Variante in Gr. S
Marcel: 182 cm / 80 kg – hat die Herren-Variante in Gr. M

Wir fahren im Winter hauptsächlich mit dem Enduro oder dem E-Bike quer durch den Taunus. In Zuge dessen, haben wir den Anzug in unserem Testzeitraum sooft und sogut es geht in die Mangel genommen und ausgiebig getestet. Und das ohne Rücksicht auf Verluste: Von Schnee, Matsch und Bachdurchquerungen bis Starkregen war alles dabei – also die idealen Testbedingungen für einen Matschanzug. Steffi fährt immer mit Rucksack – Marcel meistens ohne oder maximal mit Hip Bag.

Passform und Packmaß

Durch den speziellen Ladies- und Herren-Cut war die Passform unserer Meinung nach gut abgestimmt. Uns beiden haben die Anzüge gut gepasst. Sie machen eine gute Figur und sitzen gut. Man kann ihn an der Hüfte einstellen, sodass er dort und im Schritt gut sitzt und nicht sackig nach unten hängt.

Wir fanden allerdings, dass die Suits eher groß ausfallen. Marcel hat daher die Größe L in die Größe M umgetauscht. Steffi ist bei Größe S geblieben und trägt ihn etwas lockerer. Die Suits bieten genug Platz für Knieprotektoren – auch für dickere Enduro-Protektoren – und auch für Ellbogen- und Oberkörperprotektoren bleibt genug Raum.

Zipp und ab - Der DirtSuit hat abnehmbare Beine

Zipp und ab – Der DirtSuit hat abnehmbare Beine

Der Anzug hat ein relativ großes Packmaß. Er ist keine Option zum überziehen, die man im Rucksack für den Notfall dabei hat – man sollte sich daher schon vor der Fahrt überlegen ob man ihn braucht. Während der Fahrt verhält er sich allerding komfortabel und unauffällig. Vom Tragegefühl wirkt er wie eine normale Bike-Jacke mit Hose, bzw. Shorts.

Features

Die DirtSuits verfügen über zahlreiche Lüftungsschlitze. An den Beinen jeweils zwei vorne und hinten, an den Rippenbögen zwei und unter den Armen lässt sich der Suit sogar komplett öffnen. Am oberen Rücken ist der Stoff überlappend, sodass dort die Wärme vom Rücken ausdampfen kann. Über Klettverschlüsse kann man den Suit an der Hüfte enger stellen, sodass er nicht in den Schritt rutscht. Das verleiht dem Ganzen einen guten Sitz. Außerdem kann man in der Pause den „Jackenteil“ einfach runterhängen lassen, ohne, dass der Rest nach unten rutscht. An den Arm- und Beinabschlüssen sind Klettverschlüsse, mit denen man den Anzug enger stellen kann, damit kein Wasser an den Händen eindringen kann und das Hosenbein nicht in die Kette oder das Ritzel hängt.

Die Beine lassen sich abzippen – das geht sogar mit angezogenen Schuhen dank der Reißverschlüsse am Beinabschluss. Sehr praktisch, wenn man sich während der Fahrt umentscheidet. Die Kapuze ist so groß, dass man sie einfach über den Helm ziehen kann. Dank des Schirms vorne wird verhindert, dass es in den Helm reinregnet. Wenn man sie während der Fahrt aufhat bleibt sie gut an Ort und Stelle und rutscht nicht nach hinten weg. Wenn man sie nicht braucht kann man sie auch einrollen und festkletten damit sie nicht vom Rucksack gegen den Helm gedrückt wird. Für Handy, Liftpass und Schlüssel gibt es ein paar kleine, wasserdichte Taschen auf Hüfthöhe, an der Brust und am Ärmel.

Die DirtSuits machen von der Verarbeitung her einen hochwertigen Eindruck mit viel Liebe im Detail.

Klima im DirtSuit

Dank der vielen Lüftung lässt sich das Klima während der Fahrt spürbar regulieren. Die Reißverschlüsse lassen sich auch mit Handschuhen während der Fahrt gut erreichen, da die Zipper besonders groß sind. Auch macht es einen großen Unterschied, ob man ihn kurzbeinig oder langbeinig fährt. Mit langen Beinen wird es ab 10°C zu warm im Anzug. Mit kurzen Beinen finden wir es bis maximal 15°C noch angenehm – bei wärmeren Temperaturen kommt man sonst zu sehr ins schwitzen. Je kälter es wird, desto mehr sollte man natürlich drunter anziehen. Allerdings hält der Anzug den kalten Wind angenehm draußen. Es reicht also, normale Baselayer und ein Trikot drunter zu ziehen. Unsere Minimaltemperatur im Test waren -9°C. Da werden dann eher Hände, Füße und Gesicht kalt als der Rest des Körpers.

Dichtigkeit

Die DirtSuits sind mit einer 18.000er Wassersäule angegeben. Bei über einer Stunde im starken Regen ist nur am Po Wasser eingedrungen, sodass die Innenhose und das Sitzpolster feucht geworden sind (allerdings nicht richtig durchnässt). Durch die Reibung am Sattel mit Dreck war dort natürlich der Druck am höchsten. Sonst haben die Suits verlässlich Wasser und Dreck draußen gehalten. Wenn man komplett eingesaut zuhause ankommt kann man den Anzug einfach abstreifen, auf links drehen und so komplett sauber in die Wohnung gehen. Oder man kärchert sich schnell draußen ab – aber aufgepasst die Schuhe werden dabei pitschnass!

Reinigung und Pflege

Wir haben die DirtSuits meistens nur mit klarem Wasser abgespült. Wenn man das direkt nach der Fahrt macht, lässt sich der Dreck dabei fast komplett entfernen. Auch nach mehreren Fahrten haben die Anzüge nicht nach „Sport“ gerochen oder andere unangenehme Gerüche erzeugt. Daher haben wir sie nur wenige Male in die Waschmaschine gesteckt. Dabei haben wir Sportwaschmittel verwendet um das Material zu schonen und bei 30°C im Sportwäscheprogramm gewaschen. Ein nachimprägnieren wurde nicht notwendig. Allerdings gingen die Reißverschlüsse nach einer gewissen Zeit nicht mehr so gut. Das konnten wir allerdings mit Zewa und WD40 behandeln. Danach gingen sie wieder so gut wie am Anfang.

Haltbarkeit

Nach dem Test sahen die DirtSuits insgesamt noch sehr gut aus. Die Farben leuchten noch so kräftig wie am Anfang. Obwohl es den einen oder anderen unfreiwilligen Bodenkontakt gab, haben die Anzügen dadurch keine sichtbaren Schäden erlitten – es sind weder Risse noch Löcher entstanden. Auch der Rucksack hat keine Spuren auf Schulter oder Rücken hinterlassen.

Leichter Abrieb im Sitzbereich - Ohne Beeinträchtigung der Funktion

Leichter Abrieb im Sitzbereich – Ohne Beeinträchtigung der Funktion

Die einzigen Gebrauchsspuren sieht man am Po, nämlich an der Stelle wo der Sattel reibt. Bei der Herren-Variante sieht man das kaum, allerdings ist bei der Damen-Varianten die Farbe etwas abgerieben. Auch die Nähte von den Taschen am Po wurden etwas aufgerieben. Dieses Problem tritt allerdings nur bei den kleinen Größen auf, weil da die Taschen enger zusammen sitzen. Das haben wir an Dirtlej weitergegeben und sie haben sofort Ersatz angeboten und wollen den Hinweis mit in die Weiterentwicklung des Produkts aufnehmen. Der Schutz gegen Wasser und Dreck hat nicht nachgelassen und ist noch so gut wie am Anfang.

Fazit

Mit dem DirtSuit Core Edition kommt man perfekt durch die Off-Season und lässt sich durch das schlechte Wetter nicht den Spaß verderben. Wir sind begeistert, was die DirtSuits alles wegstecken und von den vielen durchdachten Features. Das Ideale Wetter für den DirtSuit sind kältere Tage, an denen es regnet oder an denen der Boden noch aufgeweicht und schlammig ist. Bei wärmeren Temperaturen wird es zu warm in den Anzügen.

Besonders bei dem kräftigen Blau der Ladies-Variante ist es schön, dass die Farbe nicht ausbleicht. Wir finden, dass er sein Geld wert ist – schließlich ist man mit einer guten Regenhose und einer guten Regenjacke auch bei diesem Preis. Der große Vorteil ist, dass beim Einteiler nirgendwo Dreck eindringen kann. Für uns gibt es jedenfalls kein schlechtes Wetter mehr.

Ein Beitrag von:

Steffi - Einkauf
Steffi – Hibike Einkauf

Marcel - Teamfahrer
Marcel – Hibike Teamfahrer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.