Elektrische lightweight City-Rakete: Das E-Bike Specialized Turbo Vado SL im Test

E-Bikes entwickeln sich immer mehr zur Alternative zu Bus, Bahn oder dem eigenen Auto. Die Reichweiten von E-Bikes werden stetig größer, die Motoren stärker und die Akkus immer mächtiger. Was leider ebenfalls stetig zu steigen scheint ist das Gewicht dieser Boliden. Das schränkt die Nutzbarkeit und die Flexibilität der Bikes meist stark ein und lässt die Elektroräder schnell zum Fluch statt zum erhoften Segen werden, sobald der Akku mal leer ist. Specialized hat mit dem Specialized Turbo Vado SL nun einen anderen Weg eingeschlagen: Klasse statt Masse heißt es bei den Amerikaner. Was das im Detail bedeutet hat Sandra für euch getestet.

Das Specialized Turbo Vado SL ist zwar schon seit ein paar Wochen im Handel erhältlich, allerdings wollte ich mir die Möglichkeit es für längere Zeit zu testen nicht entgehen lassen. Als Specialized Pedelecfahrerin seit „Generation Turbo X“ sind meine Erwartungen groß. Und da das Gewicht eines Pedelecs für mich schon immer eine große Rolle spielt, ist das Turbo Vado SL natürlich wirklich interessant: Kein anderes E-Bike bietet eine solche Reichweite, Leistung und Fahrqualität wie ein Vado, geschweige denn ein Gewicht, das leicht genug zum Tragen ist. Letzteres soll das Turbo Vado SL nun ändern.

Zur Übersicht die Highlights des Turbo Turbo Vado SL:

• Motorleistung: 240 W bei 35 Nm
• Unterstützung bis 25 km/h
• Max. Reichweite bis 130 km (190 km mit Range Extender)
• Gewicht: ca. 14,9 kg
• Leichter E5 Aluminium Rahmen
• Akku-Kapazität: 480 Wh
• Ladedauer: ca. 2 h 35 m

Die vollständigen Spezifikationen findest du hier >
Spezifikation Beschreibung
Rahmen E5 Aluminum, Fitness/Transportation Geometry, bottom bracket motor mount, fully integrated down tube battery, internal cable routing, fender/rack mounts, Smooth Welds, reflective graphics
Gabel Future Shock 1.5, Boost™ 12x110mm thru-axle, flat mount disc, carbon fork
Vorbau Specialized Stealth Stem, alloy, 14 deg, 31.8mm, integrated TCD-W mount
Lenker Stout Mini Rise, alloy, 9-degree backsweep, 15mm rise, 31.8mm
Griffe / Lenkerband Specialized Body Geometry Contour, lock-on
Schalthebel Shimano SLX, Rapidfire Plus, 12-speed, w/o OGD
Bremshebel Tektro HD-R510
Schaltwerk Shimano XT, Shadow Plus, SGS Cage, 12-speed
Kurbelgarnitur Praxis, Forged alloy M30, custom offset, 44t, 104BCD
Kassette Shimano SLX, Hyperglide+, 12-speed, 10-45t
Kette Shimano SLX, 12-speed, w/Quick Link
Bremsen Tektro HD-R510, hydraulic disc
Bremsscheiben 160mm
Sattel Bridge Sport, hollow cr-mo rails, 155mm
Sattelstütze Specialized, alloy, single bolt, 21mm offset, 27.2mm
Sattelklemme Integrated w/ frame
Motor Specialized SL 1.1, custom lightweight motor
Akku Specialized SL1-320, fully integrated, 320Wh
Display Specialized TCU, 10-LED State of charge, 3-LED Ride Mode display, ANT+/Bluetooth®, incl. TCD Computer
Ladegerät Custom charger, 48V System w/ SL system charger plug
Kabelbaum Custom Specialized wiring harness w/ chargeport
Laufradgröße 28“
Felgen DT Swiss R500 disc, 22mm internal width, 23mm internal depth
VR-Nabe / HR-Nabe Specialized alloy front hub disc, sealed cartridge bearings, 12x110mm, Center Lock™, 24h / Specialized alloy rear hub disc, Center Lock™, sealed cartridge bearings, 12x148mm, 28h
Speichen DT Swiss Industry
Bereifung vorne / hinten Nimbus II Sport Reflect, 700x38mm
Schläuche / Dichtmilch Presta, 40mm valve
Beleuchtung Lezyne Ebike Power STVZO E115, 310Lumens, 12V (Frontlicht) / Lezyne Ebike Rear Fender STVZO, 11Lumens, 12V (Rücklicht)
Gepäckträger Turbo SL Rack, Closed Platform, direct fender mount, Racktime-compatible, 15kg
Schutzbleche Specialized DryTech, Aluminum
Pedale Specialized Commuter w/ grip tape & reflectors
Ständer Specialized kickstand, 40mm mount
Sonstiges Simple bell Klingel; Specialized Stealth Stem, Light Insert (SWAT)

 

Die wichtigsten Neuerungen am Specialized Turbo Turbo Vado SL

Neben dem leichten Motor hat sich Specialized weitere sinnvolle Features ausgedacht, um das Rad auch für Langstreckenfahrer spannend zu machen. Specialized hat dafür den Range Extender entwickelt. Mit diesem 160 Wh Akku der im Flaschenhalter befestigt werden kann, kommst du zusätzliche 60 km weit, so dass Du auf dem Turbo Turbo Vado SL bis zu 190 km Fahrtstrecke zurücklegen kannst.
Auch neu am Turbo Vado SL ist die aus dem Rennrad- und Gravelbereich stammende Specialized Future Shock Technologie. Dabei wird der Vorbau und somit quasi „der Fahrer gefedert“, quasi die cleanere Alternative zur Verwendung einer Federgabel. Das spart zusätzlich auch noch Gewicht. Du bekommst mit dem Future Shock System also eine ultraleichte Federung, die das Fahrgefühl auf rauen Straßen und im Gelände genau so verbessert wie bei Fahrrädern mit sperrigen, schwereren Federgabeln.

Meine Eindrücke vom Turbo Vado SL 2021

Bisher bin ich ein Specialized Turbo X der alten Generation, mit einem Hinterrad Motor und einer Federgabel gefahren. Ich bin mit dem Rad zwar zufrieden aber manchmal hatte ich das Gefühl es könnte leichter und ein wenig verspielter im Handling sein, dann wäre es noch besser für Touren geeignet. Genau aus diesem Grund finde ich das Specialized Turbo Vado SL besonders interessant: Denn durch sein geringes Gewicht sollten Handling als auch die Eignung für Touren optimiert sein.

Und das Rad hält was es verspricht. Durch den leichten Mahle Motor (ca. 1,6 kg) und dem leichteren Akku, fährt das Specialized Turbo Vado SL wie ein normales Fahrrad und ich habe nichtmehr das Gefühl, dass man ein schweres E-Bike bewegt. Bis 25 km/h unterstützt das Specialized Turbo Vado SL wie viele andere E-Bikes auch in 3 Modi: Eco, Trail und Turbo. Dieses kann man in der Mission Control App variieren aber dazu später mehr. Durch das geringe Gewicht ist es spielend einfach auf 25 km/h zu beschleunigen, durch das Entkoppeln des Motors ist es aber auch kein Problem einfach schneller zu fahren.

Ich habe das E-Bike genutzt um schneller zur Arbeit zu kommen. Hin- und Rückweg ergeben für mich in etwa eine tägliche Strecke von 40 km. Auch mit dem zusätzlichen Gewicht meiner Packtasche, war das Specialized Turbo Turbo Vado SL extrem wendig und hat eine Menge Spaß gemacht. Es ist locker 40 Prozent und spürbar leichter als ein gewöhnliches E-Bike, somit perfekt für den Alltag, Ausflüge oder eben zum Pendeln. Mit dem neuen Vado kann ich problemlos Treppenstufen steigen, es mit in den Zug nehmen oder im Büro abstellen. Für mich punktet es denn egal in welcher Situation, mit fällt es leicht das Fahrrad hochzuheben und somit kann ich es überall hin mitnehmen.

Die Mission Control App

Die Mission Control App ermöglicht dir auch am Turbo Vado SL unterschiedliche, individuelle Einstellungen vor zunehmen. Die wichtigsten Punkte i Kürze:

• Unterstützung der (Leistung & Reichweite) der verschiedene Modi Eco / Trail / Turbo sind individualisierbar: Voreingestellt sind 35 % Eco, 60 % Trail und 100 % Turbo
• Mit Smart Control kann die Motor und –Batterieleistung entweder über die gewünschte Reichweite oder die angesetzte Dauer der Fahrt angepasst werden
• Herzfrequenz-, Trittfrequenz- und Leistungssensoren können mit der Mission Controll App gekoppelt werden
• Über die App kann jederzeit Rückmeldung zur Systemgesundheit über Motor, System und Batteriezustand abgerufen werden
• Mit der Stealth Mod Option kann gesteuert werden ob die LEDs am Bike an oder aus sind
• Auch das Piepsen beim Ein-und Ausschalten kann abgestellt werden
• Es besteht die Möglichkeit erst den Range Exender Akku zu entladen

Mein Fazit zum Specialized Turbo Vado SL

Specialized hat wirklich ein gelungenes E-Bikes auf den Markt gebracht hat, nicht nur das schlanke Design und das leichte Gewicht sondern auch die Akkuleistung haben mich nach 400 km Fahrleistung überzeugt.

Ein kleines Manko ist für mich, dass das Licht nicht ein- und ausschaltbar ist. Vielleicht handelt es sich wie beim Auto um ein Tagfahrlicht um besser erkannt zu werden. Im Turbo Modus hat der Motor immer mal kleinere Aussetzer gezeigt, wenn der Weg nicht eben war, so musste ich ab und zu mal den Modus reduzieren. In allen anderen Modi konnte ich das nicht beobachten.

Bis auf diese Punkte gibt es an dem Bike allerdings nichts auszusetzen. Das geringe Gewicht macht sich ganz klar bemerkbar. Das Bike kann ohne Probleme getragen werden, ist wendiger und handelt sich einfacher. Das macht das Specialized Turbo Vado SL zu einem absolut alltagstauglichen E-Bike für alle Situationen.

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Specialized Turbo Vado SL

Sandra Schnarr
Sandra SchnarrHIBIKE EinkaufAm liebsten unterwegs auf: Rennrad

5 thoughts on “Elektrische lightweight City-Rakete: Das E-Bike Specialized Turbo Vado SL im Test

  1. Ja, ein tolles Bike zu einem stolzen Preis. Aber warum wird nicht DER Nachteil erwähnt, den das Rad LEIDER hat? Der Motor wird ziemlich laut bei etwas höherer Geschwindigkeit !!! Und wer will – bei derartig hohem Preis und einem ansonsten super schicken Bike – schon von weitem an diesem Orgeln erkannt werden? Das ist wirklich sehr schlecht gemacht. Da lobe ich mir den Brose Motor der anderen Vados doch – sehr leise – ein Genuss …

    1. Hallo Dieter,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe nochmal unsere Testerin um Feedback gebeten was deine Anmerkung anbelangt. Tatsache stimmt sie dir zu: Der Mahle Motor war, so ihre Aussage, unter Last teilweise deutlich hörbar, grade wenn die Umgebung ruhig gewesen ist. Gestört hat Sie das allerdings nicht. Im Gegenzug muss man ja nun auh wieder in Betracht ziehen, worauf der Fokus dieses Rades liegt. Denn so leise die Modelle mit Brose-Motor auch sind, so komen sie nicht Ansatzweise an die 15 Kg des Vado SL ran. Ich denke jedes der Vado Modelle hat seine Vor- und Nachteile! Keep on riding!

      Liebe Grüße
      Luca – HIBIKE Marketing

    2. Du hast völlig recht, der Motor ist tatsächlich zu laut. Ich bin erst ein Carbon Creo SL gefahren, da ist das genauso. Ich liebe das Vado SL sehr, alles ziemlich durchdacht, aber nach einer ausgedehnten Tour von 250 km am Main entlang (mit Übernachtung) kann ich nur sagen, es fühlt sich etwas peinlich an, mit aufheulendem Motor an anderen Radlern vorbeizuziehen. Deren Motoren ich nie gehört habe, noch dazu. Je höher die Kadenz, desto lauter der Motor. Also habe ich mich bemüht, im hohen Gang vorbeizufahren. Noch besser, vorher auf mehr als 27 km/h beschleunigen, was mit Gepäck oft nicht so leicht fällt, und die Strecke nicht hergibt, denn erst hier klinkt sich der Motor ganz aus. Eigentlich ziemlich absurd, diese Verhaltensmodifikation. In der Stadt fällt das beim Beschleunigen an der Ampel nicht so auf, da sind die Automotoren ja viel lauter. Und ja, in einem Test muss darüber gesprochen werden, sonst ist das nicht seriös.

      1. Na ja, das sind hier halt Produktvorstellungen, keine wirklichen „Tests“. Hibike möchte seine Räder ja gerne verkaufen und nicht den potentiellen Kunden schon vorher verunsichern. Für das was sie sind, finde ich sie aber gut gemacht.
        Ob einem die Lautstärke bei einem EBike stört, wird auch bei jedem individuell anders wahrgenommen. Es muss einem nicht peinlich sein, EBike zu fahren, wenn man es nicht anders kann.

        1. Hallo Holger,
          Du hast natürlich recht: Als E-Biker, sei es aus gesundheitlichen, umstandsbedingten oder persönlichen Gründen braucht man sich wirklich nicht zu schämen und das selbst dann nicht, sollte der Motor mal zu hören sein. Das Image des E-Bikes als „Fahrradersatz für alle die es nicht ohne Hilfe schaffen“ ist wirklich nichtmehr Zeitgemäß und das E-Bike sollte eher als eigenes Verkehrsmittel statt als Fahrradersatz gesehen werden. So ist es natürlich auch individuell ob und in wie fern es einen stört wenn ein E-Bike Geräusche von sich gibt, die darauf schließen lassen, dass man eines fährt. Bezüglich Deiner Anmerkungen zu unseren Produkttests: Du hast recht, wir sind natürlich durch unsere Rolle als Händler nicht ungebunden wie z.B. eine Fachzeitschrift. Dazu möchte ich ausserdem anmerken, dass die Produkte von unseren Kollegen und Kolleginnen und nicht etwa von professionellen Redakteueren oder gar Experten getestet werden. Das Ergebnis sind entsprechend Tests die bestimmte Aspekte die in Fachzeitschriften abgedekt werden zum Teil weniger Beleuchten, dafür allerdings ein gutes Bild davon wiederspiegeln wie ein „Normalverbraucher“ oder Hobbybiker das Produkt wahrnimmt. Jedoch gilt auch bei uns: Nicht alles ist Gold was glänzt. Daher haben wir wenn uns ein Produkt garnicht zusagen sollte beschlossen, dem Hersteller dies entsprechend zurück zu melden und folglich keinen Testbericht zu veröffentlichen. So hat der Hersteller die Möglichkeit sein Produkt zu verbessern und wir bleiben als Händler den Kunden gegenüber dennoch ehrlich und loben keine unfertigen oder „schlechten“ Produkte in den Himmel.

          Ich hoffe ich konnte Dir damit das Konzept unseres Blogs ein wenig näher bringen, danke Dir herzlich für dein Feedback und wünsche dir weiterhin viel Spaß beim Biken!

          Beste Grüße
          Luca – HIBIKE Marketing

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