FOX Grip2 Kartusche Montage & Test

FOX Grip2 Kartusche – Federgabel-Upgrade & Test

Für das Modelljahr 2019 hat Fox eine große Neuerung im Gepäck: Die neue Grip2 Kartusche.  Mit dem Upgrade-Kit von FOX ist es möglich, die Grip2 Kartusche auch in älteren FOX-Federgabeln nachzurüsten. Patrick hat genau das für den Blog getan und berichtet hier von der Montage des Nachrüstkits und seinen Fahreindrücken.

Die neue Grip2 Kartusche ist in vielen 2019er Gabeln von FOX verbaut, aber auch Besitzer einer älteren 36er (ab Mod. 2015) können diese Kartusche nun nachrüsten. Die Grip2 Kartusche bietet eine überarbeitet Dämpfung und soll eine nochmals verringerte Reibung aufweisen. Zusätzlich lassen sich an ihr die High- und Lowspeed Compression sowie der Rebound einstellen.

Montage der FOX Grip2 Kartusche

Die Montage geht relativ schnell von der Hand und dürfte für einen versierten Schrauber kein Problem darstellen. Dieses Montage-Video von FOX erklärt in einfachen Schritten, wie ihr eure FOX Federgabel mit der Grip2 Kartusche nachrüsten könnt. Benötigt wir dazu ein spezielles Removal Werkzeug zur Entnahme der Dämpfungseinheit,  eine Nuss zur Demontage der Topcap sowie ein spezielles Dämpfer-Öl von FOX.

Jeder der sich die Montage nicht zu traut oder nicht das richtige Werkzeug dafür hat, sollte in jeden Fall die Hände davon lassen. Eine nicht fachmännische Demontage der alten Kartusche kann zu erheblichen Schäden an der Federgabel führen. Außerdem besteht wegen der unter Druck stehenden Federung Verletzungsgefahr. Wenn man die Kartusche nicht selbst nachrüsten kann, ist das jedoch kein Problem, denn gegen ein kleines Entgelt kann man die Gabel jederzeit beispielsweise in unserer Werkstatt umbauen lassen.

Die FOX Grip2 Kartusche im Test

Für die Basiseinstellung zum Start meines Tests habe ich mir die Einstellungshinweise aus einer Anleitung von FOX herausgesucht. Für meine erste Testrunde habe ich die Einstellungen genauso umgesetzt, wie sie FOX in der Anleitungen vorgibt, um ggf. anschließend die Einstellungen nach und nach meiner persönlich Präferenz anzupassen.

Auf der Suche nach den Unterschieden in der Performance der neuen Kartusche im Vergleich zur alten, habe ich hauptsächlich Enduro-Runden unternommen, bin aber auch den ein oder anderen zornigen Downhill gefahren. Am interessantesten war dabei natürlich, ob die überarbeitete Dämpfung hält, was sie verspricht, und man tatsächlich ein viel besseres Ansprechverhalten hat.

Ansprechverhalten auf dem Trail

Fox verspricht ein besseres Ansprechverhalten. Dass dieses sehr sensibel ist, merkte ich bereits auf den ersten Metern auf dem Waldweg. Ebenso ist bei leichtem Druck auf den Lenker die verringerte Reibung spürbar.

Auf dem Trail werden diese Eigenschaften noch deutlicher sichtbar: Die Gabel arbeitet satt im Federweg und spricht selbst auf kleinste Unebenheiten sehr sensibel an. Durch die getrennt einstellbare Low- und Highspeed Druckstufe hat man die Möglichkeit die Gabel exakt auf seine Wünsche bzw. auf die Gegebenheiten verschiedener Strecken einzustellen. Dasselbe gilt für den Rebound. Durch die separate Einstellung von Highspeed und Lowspeed Rebound, wird der Spagat zwischen zu langsamem bzw. zu schnellem Ausfedern gemeistert.

Das perfekte Setup

Nach einigen Testfahrten empfand ich den Rebound bei größeren Einschlägen als zu schnell und wünschte mir bei kleineren Unebenheiten ein schnelleres Ansprechverhalten. Dies konnte ich mit zwei kurzen Handgriffen an den entsprechenden Compression- bzw. Rebound-Rädchen anpassen und bin seitdem sehr zufrieden.

Was die Möglichkeiten der Einstellungen angeht und deren tatsächlichen Auswirkungen auf das Federungsverhalten der Gabel, bleiben bei der Grip2-Kartusche wirklich keine Wünsche offen: Man kann die Gabel sensibel genug für kleine Unebenheiten einstellen, aber gleichzeitig straff genug für größere Einschläge. Der Rebound lässt sich so anpassen, dass die Gabel bei großen Einschlägen nicht zu schnell ausfedert und gleichzeitig bei kleinen Unebenheiten ein gutes Feedback an den Fahrer weitergibt. Hier kommt es natürlich auch sehr stark auf die persönliche Präferenz, bevorzugtes Terrain, Fahrvermögen und Gewicht des Fahrers an. In meinem Fall sah das perfekte Setup bei einem Fahrergewicht von ca. 90 kg so aus:

  • High Speed Compression: 12 Klicks (Gegen den Uhrzeigersinn)
  • Low Speed Compression: 8 Klicks (Gegen den Uhrzeigersinn)
  • High Speed Rebound: 4 Klicks (Gegen den Uhrzeigersinn)
  • Low Speed Rebound: 5 Klicks (Gegen den Uhrzeigersinn)

An der Anzahl der Volumenspacer musste ich während des gesamten Tests nichts verändern. Als einziger Wehrmutstropfen ist die Tatsache zu nennen, dass ich an meiner alten Grip Kartusche in einer Handumdrehung sehr schnell zwischen Open, Medium und Firm switchen konnte, während ich dafür jetzt mehrere Handgriffe benötige und mir die Zahl der Klicks merken muss, die ich vor der Abfahrt wieder zurück drehen muss.

Fazit

Als Fazit bleibt mir zusagen, dass sich das Upgrade auf die neue Grip2 Kartusche mehr als gelohnt hat, denn das Bike sitzt mit der Kartusche satt im Federweg. Durch die Einstellmöglichkeiten der High- und Lowspeed Compression und des Rebounds konnte ich nach einigen Testfahrten mein ideales Setup finden. Erstaunlich gut fand ich die noch geringer gewordene Reibung, dank der selbst kleinste Unebenheiten von der Gabel sauber geschluckt werden. Das persönlich perfekte Setup zu finden kann aufgrund der vielen Einstellmöglichkeiten an der Compression wie am Rebound etwas zeitintensiver sein, dafür wird man nach einigen Testrunden mit einer super Performance und einem extrem guten Feedback vom Untergrund belohnt. Der Preis der Kartusche ist nicht ohne, aber die Vorteile, die man sich dadurch erkauft, überwiegen deutlich und spürbar. Die Grip2-Kartusche ist somit nicht nur was für Profis.

Patrick Mohr
Ein Beitrag von: Patrick Mohr – HIBIKE Einkauf

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