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Eventbericht: Taunus Bikepacking #3 2020

Anfang September startete in Hofheim am Taunus die 3. Ausgabe des Taunus Bikepacking. Wie schon im Vorjahr war auch dieses Mal wieder HIBIKE als Supporter mit am Start. Es galt, eine Strecke von 1.000 Kilometern Länge durch die gesamte Taunus-Region aus eigener Kraft und mit komplettem Gepäck zu bewältigen.

Die Route führte in wirklich jeden Winkel der Region zwischen Rhein, Main, Lahn, Nidda und Wetter. Dieses Jahr sogar zum ersten Mal mit einer Schleife durchs benachbarte Rheinhessen. Dabei standen natürlich bekannte Sehenswürdigkeiten wie der Große Feldberg und die zahlreichen Römerkastelle am Limes, aber auch viele weniger bekannte Geheimtipps auf dem Streckenplan. In einer Mittelgebirgsregion kommen dabei natürlich auch die Höhenmeter nicht zu kurz. Circa 17.000 davon galt es zu überwinden.

Auf sich allein gestellt – Self Supported Bikepacking

Es handelt sich um ein Self Supported Event, was bedeutet, dass die Fahrer unterwegs komplett auf sich selbst gestellt sind. Es gibt nur die vorgegebene Strecke, einen gemeinsamen Start (dieses Jahr wegen der besonderen Umstände zeitversetzt im Minutentakt), einen einzigen Kontrollpunkt nach 500 Kilometern und eine Ziellinie. Die Teilnehmer müssen gut planen: Welche Ausrüstung nehme ich mit? Wie viele Kilometer will und kann ich pro Tag fahren? Schlafe ich in Pensionen, auf Campingplätzen oder gar unter freiem Himmel? Welches Fahrrad ist am besten geeignet? Der Fantasie sind hierbei kaum Grenzen gesetzt. Von Fullys über Hardtails bis hin zu Gravelbikes und Crossbikes war wieder alles dabei.

Die Fahrer sind für Verpflegung, Unterkunft und etwaige mechanische Probleme selbst verantwortlich und privat organisierte Unterstützung von Dritten ist nicht erlaubt. Das heißt, man darf sich beispielsweise nicht von Freunden oder Familie verpflegen lassen oder etwa Ersatzteile an die Strecke bringen lassen. Alles, was man unterwegs braucht, muss man selbst mitführen oder aus eigener Kraft besorgen. Kommerzielle Angebote wie Hotels, Fahrradläden oder ähnliches an der Strecke darf man nutzen. Spontan angebotene Hilfe von Fremden, die in der Form allen Fahrern zur Verfügung steht, darf man auch annehmen, das wird „Trail Magic“ genannt und davon gab es dieses Jahr besonders viel. Da dadurch keinem einzelnen Fahrer ein Vorteil ermöglicht wird, sondern alle profitieren, ist dies im Rahmen des Selbstversorgergedankens, bei dem es vor allem um Fairness geht. An drei verschiedenen Stellen wurden von Fans des Events sogar ganze Verpflegungsstände aufgebaut, an denen sich alle Teilnehmer erfrischen und stärken konnten. Am Hausberg bei Butzbach deponierte ein Fahrer, der kurzfristig seinen Start absagen musste, kurzerhand mehrere Getränkekästen, die sich größter Beliebtheit erfreuten.

Auswirkungen der Covid-19 Pandemie

Das Fahrerfeld ist traditionell auf 99 Fahrer begrenzt. Dieses Jahr gab es aber besonders viele kurzfristige Absagen aus dem Ausland, was vor allem mit den Einreisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen zusammenhing. So stand schließlich ein übersichtliches Feld von 31 Fahrern am Start in Hofheim, darunter immerhin vier Frauen.

Bikepacking? Was soll da schon passieren!

Auf einer so langen Distanz kann natürlich viel passieren und das tat es auch. Mechanische Defekte und körperliche Beschwerden dünnten das Fahrerfeld nach und nach aus. So manche Probleme ließen sich relativ schnell lösen, wie etwa platte Reifen, verschlissene Bremsklötze und abgerissene Schaltwerke, andere meldeten aber schwerere Defekte, darunter ein Rahmenbruch, verbogene Bremsscheiben und sogar ein Gabelbruch. Wieder andere litten aufgrund der Dauerbelastung unter Schmerzen in Knien, Achillessehnen oder einfach Sitzproblemen und mussten daher ihre Fahrt beenden.

Freiheit statt Wettkampfgedanken

So schafften es schließlich nur 19 Fahrer, die Runde komplett zu absolvieren und das Ziel auf dem Hofheimer Kapellenberg zu erreichen. Schnellster war dabei Olaf Flechtner aus Braunschweig in unter 4 Tagen, dicht gefolgt von Ina de Visser aus den Niederlanden und Stephan Wagner aus Kandel. Andere nahmen sich mehr Zeit und waren bis zu 10 Tage unterwegs. Das ist die Freiheit dieses Formats, man kann auf Rekordjagd gehen, schnell fahren und Grenzen ausloten, aber da es dabei absolut nichts zu gewinnen gibt, tun das längst nicht alle. Ohne Eile oder Wettkampfgedanken hat man auch mehr Zeit, die vielen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand zu entdecken. Und am Ende geht es schließlich nur um die Freude daran, den Taunus aus eigener Kraft zu erkunden.

Ausblick: Taunus Bikepacking #4

Der Start der 4. Ausgabe von Taunus Bikepacking ist für den 15. Juni 2021 geplant. Bis zu 99 Fahrer und Fahrerinnen werden dann wieder am Start stehen. Die Anmeldung öffnet Anfang des Jahres. Weitere Infos gibt es auf www.taunus-bikepacking.com.

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HIBIKE Blog
Ein Beitrag von: Jesko von Werthern – Veranstalter des Taunus Bikepacking

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