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Erstes Santa Cruz E-Bike: Das „Heckler CC“ im Test!

Nachdem sich der Mountainbike-Markt immer mehr in Richtung Elektrifizierung entwickelt, ist nun auch die kalifornische Kultmarke Santa Cruz auf den Zug aufgesprungen. Mit dem „Heckler CC“ launchen die US-Amerikaner ihr erstes E-MTB. Kai konnte bei einem Händlerevent in der Toskana einige Informationen und sogar eigene Testerfahrung über das Heckler sammeln.

Geometrie und Key-Facts des ersten Santa Cruz E-MTBs

Das E-Mountainbike der Kalifornier basiert auf der Geometrie ihres langjährigen Trailbike-Boliden: Dem Santa Cruz Bronson. Mit 150 mm Federweg am Heck, 160 mm Federweg an der Front und 27,5 Zoll Laufrädern ausgestattet, liegt das Heckler also ebenfalls im All-Mountain- beziehungsweise Trailbikebereich. Ein großer Unterschied zum Bronson liegt jedoch in der Länge der Kettenstreben. Die des Hecklers sind 15 mm länger. Dadurch möchte Santa Cruz für Laufruhe und Heckstabilität sorgen und zudem die Performance am Berg entscheidend verbessern.

Der Rahmen des Pedelecs wird, wie von den Amerikanern gewohnt, komplett aus Carbon geformt. Mit dem VPP-Hinterbau bleibt sich Santa Cruz erneut treu und setzt auf eines der steifsten Hinterbausysteme auf dem Markt. Das Heckler wird es zunächst in vier Ausstattungsvarianten geben.

Ausstattung: Shimano, Bosch, Brose oder gar etwas ganz anderes?

Die Antwort lautet: Shimano! Santa Cruz verbaut den Steps E8000 Motor in ihrem E-Mountainbike.
Dieser bietet Boost-, Trail-, Eco- und auch einen Walk-Mode. Mit einer maximalen Leistung von 70 Nm und 250 W, geht es ordentlich zur Sache! Durch kurze, 165mm lange Kurbelarme wird viel Bodenfreiheit beim Pedalieren sowie ein effizienter Q-Faktor von 177mm gewährleistet.

Santa Cruz greift auch ganz bewusst zu einem Akku mit 504 Wh Kapazität, um im Falle eines Defektes einen schnellen Kundenservice ohne Drittanbieter zu ermöglichen. Dies wäre mit einem 700 Wh Akku nicht möglich gewesen, da diese von Drittanbietern hergestellt werden.

Bei den günstigeren Modellen befindet sich der SC-E7000 Display zur Leistungsanzeige am Bike, während die teureren Modelle mit dem SC-E8000 bereits ein farbiges Display erhalten.

Die Spezifikationen des Heckler E-MTB

Kai, wie fährt sich das Bike denn nun? – Geil!

Ich durfte das Bike bei einem Händlerevent von Santa Cruz, in der nördlichen Toskana testen. Die Trails die Calci uns bot, waren vorallem steil, steinig und technisch! Trotz meiner langjährigen Mountainbike-Erfahrung waren die Trails auf der Tour eine Herausforderung! Besonders durch die nassen, schlammig-rutschigen Bedingungen, die wir vorfanden. In Kombination mit dem steinigen Terrain, konnten wir das Heckler so geich bei absoluten Extrembedingungen testen. Kein Wunder, dass die toskanische Enduro Serie hier auch gerne gastiert.

Eines muss man Santa Cruz lassen, jedes Bike ihrer Full-Suspension Range ist extrem laufruhig – und nicht zuletzt dank VPP und längeren Kettenstreben, verhält sich dies bei ihrem ersten E-MTB nicht anders. Daraus ergibt sich jedoch auch, dass eine sehr aktive Fahrweise benötigt wird um mit dem Bike präzise und verspielt zu agieren. Besonders kommt dies bei engen Kurven und verspielten Absprüngen zu Tage. Der VPP-Hinterbau sorgt für extreme Potenz in schnellen und „roughen“ Passagen, was dazu führt, dass sich das Pedelec dort von Natur aus zu Hause fühlt. Doch auch die Funktion im Uphill ist für die Praxisanwendung von enormer Bedeutung.
Der Shimano E8000 arbeitet hier gewohnt souverän, auch wenn es mal steiler zu Gange geht. Besonders die etwas längeren Kettenstreben sorgen hier für stetigen Grip des Vorderrades am Boden. Dies ist ein nicht ganz unwesentlicher Punkt, da die Kraft, die auf das Heck wirkt bei einem E-Bike wesentlich höher ist, als bei einem normalen Fahrrad. Dies sorgt dafür, dass E-Bikes besonders bei maximaler Drehmoment-Auslastung, am Vorderrad gerne zu steigen beginnen. Lange Kettenstreben wirken dem entgegen, und verteilen die Kraft ausgewogen.

Mein Fazit zum Santa Cruz Heckler

Das neue Heckler CC ist ein durchdachtes Trail-Pedelec, ausgelegt für Fahrer die nicht nur Spaß, sondern auch Schnelligkeit auf dem Trail erfahren möchten. Aktive Fahrer können mit dem Heckler auch durchaus auf verwinkelten Trails Spaß haben. E-Biker, denen besonders lange und weniger abfahrtsorientierte Strecken am Herzen liegen, werden sich mit dem Heckler nicht identifizieren können. Das Heckler ist mit Sicherheit nicht das günstigste oder das innovativste E-Mountainbike auf dem Markt – wahrscheinlich aber eines der, wenn nicht sogar das Coolste!

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Kai ErbeldingHIBIKE EinkaufAm liebsten unterwegs auf: Mountainbike

4 thoughts on “Erstes Santa Cruz E-Bike: Das „Heckler CC“ im Test!

  1. So…. jetzt hört auch bei mir jedes Verständnis auf. Die realen Mehrkosten in Produktion etc. etc. gegenüber dem Pendant ohne Motor belaufen sich wohl auf unter 1000€. Dann reden wir hier über ein MTB mit hochwertigem Rahmen und den restlichen Teilen von der Stange für 12.000€….. da erübrigt sich aller Kommentar. Service und Qualität her oder hin! Man soll das mal mit viel aufwändigeren Produkten , die durchaus auch hochwertig sind vergleichen: Beispiel eine KTM 450SX- F. Das Gerät hat einen Listenpreis von 10.500€…. und wenn ich schon nicht selbst treten mag hab ich dann ne echt potente Unterstützung unterm Hintern.
    Bitte nicht falsch verstehen, ich bin Bike- Fetischist und als Besitzer eines STOLL M1 , AX Lightness VIAL, SANTA CRUZ Highball etc. zahle ich gern für Individuelle Teile in Kleinstserie den Preis, den sie wert sind und durch ihre aufwändige Herstellung auch tatsächlich kosten.
    Aber bitte nicht für Brot und Wurst- Jedermanns Bikes… ob mit oder ohne Motor.

    1. Hallo Peter,
      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ja das Heckler spaltet die Gemüter. Bei einem UVP von fast 13.000 € wird so manch einer schlucken. Nicht vergessen darf man hier, dass es sich in diesem Falle um die Top-Version handelt. Mit anderen Worten: Wir können durchaus nachvollziehen, dass dich der Preis des Rades stutzig macht. Wenn man sich den Preis der Top-Version der Bronson vor Augen ruft das selbst ohne Motor die 10.000er Grenze knackt, ist aber auch klar, dass es heute zu Tage preislich nach oben alles möglich ist. Es geht immer noch exklusiver und teurer. Klar, nicht jeder möchte diesen Preis bezahlen und das ist auch ok. Dennoch: Es gibt E-Biker die sich diesen Luxus leisten wollen. Man betrachte im Vergleich die Auto Industrie: Dort ist auch nicht das schnellste oder leistungsstärkste Auto das Teuerste.

      Wir haben uns sehr gefreut von deinen „Lieblingen“ zu lesen. Das sind wirklich schicke Räder und wir hoffen das Sie dir noch viele Kilomenter Freude bereiten. In diesem Sinne passend: Egal wie teuer, egal ob mit oder ohne Motor, ob alt ob neu…Hauptsache Fahrrad. 🙂

      Liebe Grüße und „Keep on ridin‘!“
      Luca – HIBIKE Marketing

  2. Hallo,
    ehrlich gesagt, mich verschlägst es die Sprache, mit welcher Selbstverständlichkeit, über die Preispolitik gegangen wird. Wir sind bei ca. 13.000,- Eur. ?. Es handelt sich um einem normalen Carbon Rahmen, und Handelsübliche OEM Anbauteile. Aber wie heist es so schön jeden Morgen steht einer auf. Beste Grüße Jörg W.

    1. Hallo Jörg,
      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Du hast Recht: 13.000 € sind eine Menge Geld für ein E-Bike. Sicherlich baut Santa Cruz Räder im Hochpreissegment und ein Santa Cruz Bike kostet eine ganze Ecke mehr als andere Räder mit ähnlicher Austattung. Dafür bietet Santa Cruz dem Kunden aber auch für alle Carbon-Rahmen, Carbon-Gabeln und Carbon-Laufräder eine lebenslange Garantie und einen hervorragenden Service sowie Lebenslangen kostenlosen Austausch für Hinterbau-Lager. Mit anderen Worten: Bei Santa Cruz zahlt man eben nicht nur rein fürs Rad sondern auch für den drittanbieterlosen, schnellen und guten Service. Wenn dir das nicht zusagt oder für dich nicht in Frage kommt, können wir das natürlich auch nochvollziehen.

      Liebe Grüße und keep on riding! 🙂
      Luca – Hibike Marketing

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