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Klassiker goes „Super“ – Der neue Schwalbe Nobby Nic Super Trail im Praxistest

Der Nobby Nic gilt seit jeher als Klassiker unter den Allmountain und Enduro Reifen. Und auch er soll zukünftig mit den neuen Super-Karkassen verfügbar sein. Ob in diesem Falle gilt „Old but Gold“ und ob der Nobby Nic sich noch immer als der Allrounder bewährt als den wir Ihn kennen und lieben gelernt haben, erfahrt ihr in Lucas Bericht.

Seit ich im jungen Alter von sieben Jahren mein erstes Mountainbike hatte war mir der Name „Nobby Nic“ ein Begriff. Somit war es eigentlich auch glasklar, dass auch der Nobby Nic wieder Teil der neun Schwalbe Super Reifenpalette werden würde. Und doch wusste ich nicht so recht was mich nun beim Nobby Nic Super Trail erwarten soll. Aus dem Endurobereich kommend, war es an meinem Bike immer das in meinen Augen größte Manko, dass sich die verbauten „Traktorreifen“ inkl. Tire-Inlay am Berg fuhren wie gummierte 29“ Gußstahlhantelscheiben. Für knackig-kurze Endurotouren ist das nicht so dramatisch. Sobald es länger bergan geht, kostet das jedoch unglaublich Kraft. Da ist ein leichterer Reifen doch wünschenswert. Dennoch sollte ein Reifen der im aktiven Trail- und Touren Einsatz ist auch eine entsprechende Pannensicherheit und ausreichend Reserven bieten. Also doch was Schweres? Oder eben ein Mittelding? Denn mit seiner Super Trail Karkasse, 2.6 Zoll Breite und allroundtauglichem Profil bietet der Nobby Nic genau diesen Mittelweg.

Die Montage des Nobby Nic Super Trail

Aller Anfang ist schwer…zumindest was meinen Versuch betrifft, den von mir gewählen Nobby Nic in 2,6 Zoll über meine Bontrager Felge zu bekommen. Allerdings war in diesem Falle auch das von Bontrager eigens entwickelte Felgenband mit Schuld, da dieses die Tiefe des Felgenbettes doch erheblich verringert. Und somit die bekannten Methoden zum Aufziehen von Tubelessreifen nicht klappen wollten. Nachdem der Reifen dann drauf war ging allerdings alles schnell von der Hand. Der Reifen wurde von mir mit dem Kompressor aufgezogen ich bin mir aber sicher, dass es auch mit der Standpumpe ohne Probleme funktioniert hätte. Mit dem allseits beliebten „Knack“ sprang der Reifen auf die Felge und blieb dort. Als der Reifen saß, entwich so gut wie keine Luft mehr aus dem Reifen und das sogar bevor ich das Dichtmittel nachfüllte. Ich habe mich mit Absicht gegen die Installation eines Reifeninlays am Hinterrad entschieden, um die Karkasse des Nobby Nic richtig zu fordern.

Technische Daten

Gewicht, selbst gewogen auf der Parktool DS-2 Waage:
VR: Nobby Nic Super Trail 29×2,6″: 1112g
HR: Nobby Nic Super Trail 29×2,6″: 1116g
Reifenbreite, gemessen auf einer Felge mit 30mm Innenbreite: 63 mm.
Gemessen wurde direkt nach dem Aufziehen der Reifen mit „0 km“.

Auf Kletterpartie mit den neuen Nobby Nic

Bergauffahren mit dem Nobby Nic kam für mich einer Erlösung gleich. Im Gegensatz zu meinen Enduroschlappen, klettert der Nobby Nic leichtfüßig und mit geringem Widerstand ohne dabei an Traktion zu verlieren. Auch auf der Straße fährt sich der Nobby Nic vergleichsweise leichtfüßig. Sehr angenehm! Abseits der Hauptwege erweist er sich ebenfalls als begabter Kletterer. Nur wenn es richtig staubig oder richtig schlammig, also der Boden wortwörtlich tief wird, gerät er ein wenig ins Straucheln. Allerdings wesentlich später, als man es dank seines eher konservativen Profils erwarten würde. Auch auffällig: Es bleibt kaum etwas an Boden im Profil des Nobby Nic haften, der Reifen setzt sich folglich kaum zu.

Schwalbes Trail-Reifen auf dem Trail

Bergab setzt sich das gewonnene Bild fort. Auf den Trails des Taunus bleibt mein noppiger Begleiter überraschend gut haften und kommt erst an seine Grenzen als der Boden so lose oder schlammig wird, dass die Profiltiefe schlichtweg nichtmehr reicht um griffigen Boden zu finden. Wenn es wirklich richtig zur Sache geht, merkt man zeitweise die eher auf Trailriding ausgelegte Karkasse mit all Ihren Vor- und Nachteilen: Zwar rollt der Reifen gut und vermittelt dank des geringen Gewichts ein agiles Handling und lässt sich sehr gut beschleunigen, allerdings stoßen Eigendämpfung und Karkasse an ihre Grenze sobald es ins richtig harte Gelände geht. Da dort allerdings auch der Einsatzbereich des Nobby Nic endet und es sich hier um einen Trail-/Enduroreifen handelt und nicht um etwa um einen Downhillschlappen, ist das vollkommen in Ordnung so. Zwar musste ich auch entsprechend mehr Luft fahren als meine gewohnten 1,5 Bar am Vorderrad und 1,8 Bar am Hinterrad, allerdings ist das wenn man ohne Reifeninlay unterwegs ist mit jedem Reifen empfehlenswert. Gegen Ende hatte ich sogar den Mut immer weiter Luft abzulassen was der Nobby Nic nicht nur gut wegsteckte sondern ihm sogar zu gute kam. Bemerkenswert: Obwohl ich gegen Ende ein paarmal „auf der Felge stand“ hielt der Nobby Nic die Luft. Und mit einem guten Inlay am Hinterrad kann man den Einsatzbereich des Nobby Nic sicherlich noch wesentlich weiter ausreizen.

Mein Fazit zum Nobby Nic Supertrail

Der Nobby Nic Supertrail hat mich überrascht! Trotz seines tourentauglichen Profils bietet der Reifen viel Grip in Up- und auch Downhill. Dabei hat er sogar genug Reserven für ernsthaftes Enduroriding. In Kombi mit einem Tireinlay lässt sich der Grenzbereich des Nobby Nic noch weit verschieben. Bergauf rollt der Reifen der neuen Super Trail Karkasse extrem leicht und hat guten Grip während sie bergab zuverlässig vor Pannen schützt. Die Montage geht leicht von der Hand und der Reifen hält sofort dicht! Scheint so als ob der Klassiker es immer noch drauf hat!

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HIBIKE Blog
Luca von PeschkeHIBIKE MarketingAm liebsten unterwegs auf: Enduro

2 thoughts on “Klassiker goes „Super“ – Der neue Schwalbe Nobby Nic Super Trail im Praxistest

  1. Sehr guter Bericht !
    Worin unterscheidet sich der „Super Ground“ Nobby Nic zum „Super Trail“ und was für ein Inlay für hinten kannst Du empfehlen Luca?

    Danke

    1. Hallo Jürgen,
      vielen Dank, es freut mich, dass dir der Bericht gefallen hat!

      Zu deiner Frage: Der Nobby Nic in der Super Ground Version kommt mit einer Super Ground Karkasse. Diese ist ein wenig leichter konzipiert als die Super Trail Karkasse, rollt also etwas besser, bietet aber auch weniger Pannenschutz. Der Super Ground kommt im Gegensatz zum Super Trail immer in der härteren, leicht rollenden „Speedgrip“ Gummimischung, wärend der Super Trail als „Speedgrip“ und als „Soft“ Version erhältlich ist und die in meinem Bericht getestete schwerere aber Pannensicherere Super Trail Karkasse besitzt. Der wesentlichste unterschied zwischen Super Trail und Super Ground ist jedoch die zusätzliche „Apex“-Schicht in der Reifenflanke, die von Schwalbe als „extremer Durchschlagschutz und Stabilisierung der Seitenwand“ beschrieben wird. Die genaue Architektur der verschiedenen Karkassen im Querschnitt haben wir als Grafik in unseren Überbeitrag eingeblendet:

      https://www.hibike.de/blog/hibike/the-decade-of-super-die-neuen-schwalbe-mtb-reifen-im-test.html

      Mein liebstes Tireinlay ist übrigens der FCK Flats Felgen-/Reifenschutz von Marsh Guard weil er flach im Reifen liegt und somit die Felge optimal schützt. Zudem kann man so auch notfalls ohne Luft im Reifen einen Rennlauf zuende- oder zumindest den Weg nach Hause fahren:

      https://www.hibike.de/marsh-guard-fck-flats-felgen-reifenschutz-schwarz-pa7e9279deec7adb453943050b72ec402#var_88050023

      Ansonsten wünsche ich dir vorallem viel Spaß beim Biken!

      Beste Grüße
      Luca – HIBIKE Marketing

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